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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Russland-Embargo aufheben“

20.06.2015
Frage: Herr Rukwied, wird 2015 ein gutes Erntejahr für Deutschlands Bauern?
Rukwied: Die Situation ist regional sehr, sehr unterschiedlich. Im Süden – besonders in Alpennähe – hatten wir viel Niederschlag und Starkregen. Dort sind die Flächen übernässt, was zu Problemen bei der Heuernte führt. In weiten Teilen Deutschlands gab es in den letzten Wochen hingegen zu wenig Regen, teilweise nur zehn bis 15 Prozent des üblichen Niederschlags. Da ist mit massiven Einbußen zu rechnen. Unter dem Strich rechnen wir in diesem Jahr mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte.
Frage: Sind Sie denn zufrieden mit den Ergebnissen der Spargel- und Erdbeerernte?
Rukwied: Nein. In diesem Jahr haben wir zehn Prozent weniger Spargel geerntet, und das bei Preisen wie im Vorjahr. Wegen des Mindestlohns sind aber die Kosten gestiegen. Deshalb müssen unsere Spargelbauern ein deutliches Minus hinnehmen. Bei den Erdbeeren sieht es nicht besser aus. Die Ernte dürfte um rund zehn Prozent geringer ausfallen als 2014, die Preise sind sogar etwas niedriger. Alles in allem ist das kein gutes Jahr.
Frage: Wie stark schlägt der Mindestlohn den Landwirten ins Kontor?
Rukwied: Der Mindestlohn belastet die Betriebe erheblich. Wir haben mit deutlich höheren Arbeitskosten zu kämpfen. Zum anderen ärgern wir uns über die Bürokratie und die Dokumentationspflichten, die mit dem Mindestlohn verbunden sind. Das ist für viele bäuerliche Betriebe einfach nicht mehr leistbar. Diese Vorschriften zur Dokumentation von Arbeitszeiten sind unsinnig.
Frage: Thema Milchpreise: Die Preise sind seit Auslaufen der Quote im Frühjahr stark gesunken. Wie stark leiden die Betriebe darunter?
Rukwied: Das Ende der Milchquote und die heutige Preisentwicklung haben nichts miteinander zu tun. Die Milchpreise sind sehr stark gesunken. Wir bekommen im Moment nur noch 26 bis 29 Cent je Kilo. Notwendig ist, dass wir unser Angebot zukünftig stärker bündeln im Hinblick auf die Marktmacht der Discounter. Es ist auch höchste Zeit für eine Exportinitiative für Milch und Milchprodukte. Hierzu brauchen wir die Unterstützung der Politik. Die weltweite Nachfrage ist schließlich massiv gewachsen. Natürlich belastet uns das Russland-Embargo. Ich erwarte, dass die Verhandlungen über eine Aufhebung intensiviert werden. Die Amerikaner haben ihr Handelsvolumen mit Russland gerade um sechs Prozent erhöht.
Frage: Beim Bauerntag in der nächsten Woche wird auch der Tierschutz im Vordergrund stehen. Seit langem wird bereits über Haltungsbedingungen und Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft gestritten. Müssen Sie nicht viel offensiver mit dem Thema Massentierhaltung umgehen?
Rukwied: Unsere Bauern betreiben tagtäglich aktiven Tierschutz. Der Bauerntag steht bewusst unter dem Motto „Veränderungen gestalten“. Wir stellen uns der Debatte. Leider ist Massentierhaltung zum Kampfbegriff geworden. Wenn Ställe vergrößert werden und die Betriebe investieren, bedeutet das unter dem Strich auch mehr Tierwohl. Manche Ställe haben heute Freiluft-Bereiche und sogar Relax-Zonen für die Tiere. Zudem haben wir den Einsatz von Antibiotika in den letzten Jahren deutlich reduzieren können.
Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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