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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Russland sollte Sanktionen für alle Länder überdenken

09.04.2015
Frage: Sie raten zu gelassener Beharrlichkeit, was den Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Moskau angeht. Gilt das auch nach dem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin?
Erler: Ja. Es gibt keinen Grund zur Panik und Hysterie, was dieses Treffen angeht. Es ist das passiert, was zu erwarten war. Es ist über günstigere Gaspreise und eine engere Energiezusammenarbeit zwischen Russland und Griechenland gesprochen worden. Vor allem aber ging es um die Öffnung des russischen Marktes für griechische Lebensmittel-Produkte. Dieser Markt war zuletzt durch Gegensanktionen Moskaus geschlossen. Für bestimmte griechische Lebensmittel scheint sich jetzt wieder die Tür zu öffnen. Hier muss es aber eine Gleichbehandlung mit den anderen europäischen Ländern geben.
Frage: Das heißt, Sie fordern von der russischen Führung die Rücknahme des Boykotts europäischer Agrarprodukte?
Erler: Die Gegensanktionen von russischer Seite und der Boykott von Lebensmitteln aus der EU haben zu einer deutlichen Verschlechterung der sozialen Lage in Russland geführt. Die Preise für Lebensmittel haben sich um 30 Prozent erhöht. Moskau sollte die Position der Gegensanktionen für alle europäischen Länder überdenken. Hier sollte es keine Ungleichbehandlung geben. Das ist jetzt eine Chance für Griechenland, vielleicht aber auch für andere Länder.
Frage: Versucht Putin die EU zu spalten und mit Hilfe Griechenlands die EU-Sanktionen auszuhebeln?
Erler: Von einem Preis für dieses russische Entgegenkommen ist mir bisher nichts bekannt. Wenn es griechische Zusagen geben würde, aus der gemeinsamen Position zu Sanktionen gegenüber Russland auszuscheren, wäre dies natürlich eine Herausforderung. Darauf gibt es allerdings keine Hinweise. Im Gegenteil: Die griechische Regierung hat versichert, sich nicht von Moskau instrumentalisieren zu lassen.
Frage: Und wenn Athen am Ende doch eine Verlängerung der Sanktionen verhindert?
Erler: Dafür gibt es bisher keine Hinweise. Es gibt Kritik an der Wirksamkeit der Sanktionen, aber nicht nur aus Griechenland. Wir haben immer gesagt, dass Sanktionen kein Selbstzweck sind. Aber Russland muss umsetzen, was es in Minsk unterschrieben hat.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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