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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Schnell einen neuen Zug kaufen geht nicht

17.12.2019
Frage: Immer öfter überfüllte Züge bei der Deutschen Bahn. Auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg musste bei ihrer Rückreise aus Madrid auf dem Boden eines ICEs sitzen. Warum bekommt der Konzern die Probleme nicht in Griff?
Naumann: Die Bahn macht ein gutes Angebot, das immer mehr Menschen nutzen. Die Politik hat die Infrastruktur der Bahn über Jahrzehnte nicht ausgebaut. Jetzt kommt es immer wieder zu Engpässen. Schnell einen neuen Zug kaufen geht nicht. Auch nützt der neue Zug nichts, wenn es keine ausreichenden Streckenkapazitäten gibt. Gerade in einem vollen Zug sollte man einen Platz reservieren. Wenn ich das nicht tue, gehe ich das Risiko ein, dass ich stehen muss. Ich kann nicht erwarten, dass in jedem Zug viel Platz ist.
Frage: Wäre eine Reservierungspflicht sinnvoll, wie es sie in Frankreich gibt?
Naumann: Das hat auch Nachteile. Mit einer Reservierungspflicht muss zwar niemand mehr stehen. Aber in Deutschland gibt es auch Tickets ohne Zugbindung. In Frankreich hätte Greta Thunberg möglicherweise drei oder vier Stunden auf dem Bahnhof warten müssen, um ans Ziel zu kommen. In Deutschland hat man die Wahl, ob man früher ankommen will, aber dafür stehen muss. In Frankreich hat man sie nicht.
Frage: Wie sollte die Deutsche Bahn gegen die Überfüllung der Züge vorgehen?
Naumann: Wir brauchen mehr Züge. Die hat die Bahn bestellt. Bis ein Zug kommt, dauert es drei bis vier Jahre. Die neuen Züge sollen 2023 kommen. Die Bahn hat in einem Punkt Glück gehabt: Die österreichische Westbahn wollte einige Züge verkaufen. Die Deutsche Bahn hat sie gekauft und setzt sie auf einer neuen IC-Linie von Dresden nach Rostock ein. Ansonsten gibt es für den deutschen Markt keine zulassungsfähigen, gebrauchten Züge.
Frage: Die Bahn investiert zwölf Milliarden Euro in neue Züge. Ist dies ausreichend?
Naumann: Das ist ein wichtiger Schritt. Viel mehr Züge kann die Bahn aber auf dem jetzigen Streckennetz auch nicht fahren. Wir brauchen erst einmal neue und ausreichende Strecken-Kapazitäten. Es nützt mir nichts, wenn ich in Berlin losfahren kann, aber in Köln auf der Hohenzollernbrücke warten muss, bis ein Gleis im Kölner Hauptbahnhof frei ist. Es braucht einen Ausbau der Knoten im Bahnnetz. Das ist aber nicht von heute auf morgen zu machen.
Karl-Peter Naumann (69)  aus Hamburg ist Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn.
Annette Dönisch Korrespondentenbüro Berlin
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