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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Schon geringe Mengen Alkohol schädigen Ungeborenes

08.09.2016

Frage: Hin und wieder ein Glas Sekt oder Bier sind auch in der Schwangerschaft in Ordnung – das hört man immer wieder. Stimmt das?

Ter Horst: Nein. Es gibt keine unschädliche Menge Alkohol für ein ungeborenes Kind. Je mehr Alkohol die Schwangere konsumiert, desto schwerer fällt die Schädigung aus. Die Experten sprechen vom fetalen, also vorgeburtlichen, Alkoholsyndrom, kurz FAS. Der Alkohol geht völlig ungefiltert auf das Kind über.

Frage: Welche Auswirkungen hat das?

Ter Horst: Alkohol ist ein Zellteilungsgift, daher wachsen Gehirn, Organe und Gliedmaßen unter Alkoholeinfluss gar nicht oder langsamer. Das ungeborene Kind baut den Alkohol viel langsamer ab als die Mutter, da etwa die Leber noch nicht voll ausgebildet ist.

Frage: Inwiefern macht sich das bemerkbar, wenn das Kind dann auf der Welt ist?

Ter Horst: Das deutsche Ärzteblatt hat jüngst 428 Störungen aufgelistet, die mit dem Fetalen Alkoholsyndrom zusammenhängen können. FAS-Kinder sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Allerdings sind sie in der Regel eher klein und haben einen kleinen Kopf. Viele haben einen Herzklappenfehler, Organschäden und Gleichgewichtsstörungen. Die Gliedmaßen sind oft nicht richtig ausgeprägt. Die meisten Schädigungen sind irreparabel.

Frage: Das heißt, die Kinder leiden ihr Leben lang darunter?

Ter Horst: Kinder mit einem FAS-Syndrom haben ausgeprägte Konzentrations- und Lernstörungen. Auch als Erwachsene sind sie meist nicht lebenstüchtig und können kein selbstständiges Leben führen. Sie können nicht gut Prioritäten setzen, mit Geld umgehen oder Gefahren erkennen und sind mit Zeitstrukturen oder juristischen Angelegenheiten überfordert.

Frage: Wie kann die Sensibilität für das Thema erhöht werden?

Ter Horst: Ich würde mir eine Kampagne ähnlich der gegen das Rauchen wünschen, zum Beispiel mit deutlichen Hinweisen auf Flaschen mit alkoholischen Getränken.

Klaus ter Horstleitet den therapeutischen Bereich des Jugendhilfeverbunds Eylarduswerk in Bad Bentheim. Er weist auf große Informationslücken in der Bevölkerung zum Alkoholkonsum von Schwangeren hin.

Greta Block Volontärin / NWZ-Redaktion
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