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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Schwarzes Brett im Internet hilft Flüchtlingen in Bremen

25.07.2015
Frage: Wie entstand die Idee, die Plattform „Gemeinsam in Bremen“ zu gründen?
Bogacki: Die Bereitschaft der Bremer, Flüchtlingen zu helfen, ist enorm groß. Ich wurde von so vielen Menschen angesprochen, dass ich Einzelberatung und -vermittlung nicht mehr leisten konnte. Im letzten Jahr habe ich Sandra Spranger kennengelernt, die als Freiwillige mit mir an der Entwicklung der Webseite ehrenamtlich arbeiten wollte. Zum Programmieren habe ich Freiwillige gesucht und auch gefunden: Zunächst Felix Hanke und später Leander Muskalla – beide Studenten.
Frage: Wie funktioniert die Plattform?
Bogacki: Die Seite funktioniert wie ein schwarzes Brett. Jeder kann Sachen zum Verschenken mit einer Kontakt-Mail-Adresse veröffentlichen, so dass die Vermittlung direkt funktioniert. Genauso funktioniert es mit Zeitspenden: Wenn jemand etwas für Flüchtlinge machen möchte, schreibt er ein Angebot. Für die Suche nach einer freiwilligen Arbeit braucht man eine Registrierung von uns, einen geschützten Zugang. Damit wollen wir Missbrauch und Vermittlung von unseriösen Tätigkeiten vermeiden.
Frage: Haben Sie Beispiele für erfolgreiche Hilfe?
Bogacki: Unser Lieblingsbeispiel ist der Fall von Raphael, einem achtjährigen Jungen aus dem Übergangswohnheim in Bremen-Hastedt. Über die Webseite wurde ihm ein Fahrrad geschenkt. Leider konnte er kein Fahrrad fahren. Eine Mitarbeiterin aus dem Wohnheim suchte über die GiB-Seite jemanden, der Raphael das Fahrradfahren beibringen könnte. Eine junge Frau hat sich auf die Anfrage gemeldet und mit Raphael das Fahrradfahren lange geübt. Jetzt kann er sehr gut fahren.
Frage: Wie kann man den Flüchtlingen am besten helfen? Welche Spenden werden dringend benötigt?
Bogacki: Benötig werden Baby- und Kindersachen. Vor dem Schulbeginn brauchen sehr viele Kinder Schulranzen und Schulausstattung. Sehr begehrt sind auch Fahrräder.
Frage: Aktuell gibt es immer wieder Angriffe auf Flüchtlingsheime. Haben Sie bereits Anfeindungen erlebt?
Bogacki: Aus meiner Erfahrung kann ich glücklicherweise berichten, dass ich eine sehr positive Haltung der Bremer den Flüchtlingen gegenüber erlebe. Manchmal bekommen wir in dem Bereich, vor allem in den Stadtteilen, wo neue Übergangswohnheime geplant sind, Aussagen mit, die wir nicht schön finden. Meistens führt das auf Unkenntnis und Unsicherheiten dem Fremden gegenüber zurück. Wenn aber Begegnungen und Info-Veranstaltungen vor Ort angeboten werden, funktionieren die neuen Nachbarschaften sehr gut und viele Nachbarn engagieren sich.

Lucyna Bogacki ist Koordinatorin des zivilgesellschaftlichen Engagements im Flüchtlingsbereich in Bremen. Die 55-Jährige entwickelte und betreut die Plattform „Gemeinsam in Bremen“, die seit Juni im Netz ist.


Infos unter   www.gemeinsam-in-bremen.de 
Sonja Klanke
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2742

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