Sind Maßnahmen zur Früherkennung von Lungenkrebs sinnvoll?

KaaksDas ist eine Frage, die in Deutschland noch formal durch den Gesetzgeber beantwortet werden muss. Aus medizinischer und epidemiologischer Sicht weisen mehrere randomisierte Studien darauf hin, dass sich mit einem CT-Screening etwa bei starken Rauchern, die mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs leben, eine Senkung der Mortalität erreichen lässt. Voraussetzung ist, dass die Untersuchungen wie bei den wissenschaftlichen Trials gemäß festen Regeln unter genau kontrollierten Bedingungen erfolgen.

Wie ist hier der Stand?

KaaksDerzeit darf das CT-Screening in Deutschland nicht eingesetzt werden. Bevor es möglicherweise so weit ist, muss noch intensiv diskutiert werden, unter welchen Bedingungen das Verfahren umgesetzt werden soll.

Sollte das CT-Screening in erster Linie für Risiko-Patienten eingesetzt werden?

KaaksGenauso ist es. Bei Menschen mit einem geringen Risiko für Lungenkrebs würde das CT-Screening deutlich mehr Nachteile als Vorteile bringen. So besteht zum Beispiel die Gefahr einer Überdiagnostik, wobei sich derzeit nicht präzise einschätzen lässt, wie groß dieses ist. Bei einem CT-Screening werden mitunter auch sehr kleine und sehr langsam wachsende Tumoren gefunden, die ansonsten unauffällig geblieben wären und vielleicht nie Probleme verursacht hätten. Nur für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs sowie starke Langzeitraucher ab 55 überwiegen die Vorteile deutlich.