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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Soldaten nehmen längst nicht mehr alles einfach hin

30.01.2017
Frage: Skandal in der Bundeswehrkaserne für Elitesoldaten in Pfullendorf. Gewaltrituale und sexuelle Nötigung bei der Ausbildung. Wie bewerten Sie diesen Fall?
Bartels: Mit militärischer Ausbildung hat es rein gar nichts zu tun, wenn Soldatinnen und Soldaten entwürdigt werden. Und Quälereien als Aufnahmeritual unter Mannschaftssoldaten sind nicht nur verboten und strafbar, sondern, um das ein für allemal zu sagen: unsoldatisch.
Frage: Ein weiblicher Leutnant aus dem Sanitätsbereich hatte bereits im Oktober 2016 Alarm geschlagen. Warum werden die Vorgänge erst jetzt bekannt?
Bartels: Die Ermittlungen zu den Hinweisen der Soldatin begannen unmittelbar. Aus meinem Amt ist auch ein Team zu persönlichen Gesprächen nach Pfullendorf gereist. Abgeschlossen ist die Sache noch nicht. Aber im aktuellen Jahresbericht weise ich aus gegebenem Anlass schon darauf hin, dass „eine Ausbildung, die sich Methoden bedient, mit denen in die Intimsphäre eingegriffen wird und die das Schamgefühl von Ausbildern und Auszubildenden verletzt, nicht zu tolerieren ist“. Auch nicht in Spezialausbildungen. Das Thema Aufnahmerituale ist wohl erst im Zuge der weiteren Ermittlungen des Ministeriums bekannt geworden.
Frage: Auch in der Vergangenheit hat es solche Skandale gegeben, etwa bei den Gebirgsjägern im oberbayerischen Mittenwald. Sind solche Fälle nur die Ausnahme oder eher die Regel?
Bartels: Die Regel lautet: Professionelle Ausbildung, gelebte Innere Führung und effektive Dienstaufsicht. Gerade das letzte ist nicht immer leicht. Aber ganz überwiegend gelingt das. Umso mehr schmerzen die Ausreißer.
Frage: Um die Innere Führung in der Bundeswehr scheint es nicht besonders gut zu stehen, oder?
Bartels: Doch, die Innere Führung lebt. Soldaten nehmen längst nicht mehr alles einfach hin. Sie engagieren sich auch gewerkschaftlich, etwa im Bundeswehrverband, und wählen Vertrauensleute. Ich höre bei meinen Truppenbesuchen viel Klartext. Allerdings stimmt auch, dass es in manchen Bereichen, gerade bei Spezialkräften, eine Tendenz zur Abschottung gibt, eine falsch verstandene Kameraden-Geschlossenheit. Dessen muss sich die übergeordnete Führung immer mit besonderer Sensibilität bewusst sein.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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