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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Stasi-Opfer haben Albträume wegen Rot/Rot/Grün

05.12.2014
Frage: Mit Bodo Ramelow soll heute erstmals ein Politiker der Linkspartei zum Ministerpräsidenten eines Bundeslandes gewählt werden. Ein Tabubruch?
Knabe: SPD und Grüne planen in Thüringen ein Abenteuer mit weitreichenden Folgen. Denn die Linke hat sich bis heute nicht klipp und klar von der DDR distanziert. Der Sozialismus wird dadurch wieder salonfähig. Auch für den Bund hat die geplante rot-rot-grüne Koalition Folgen. Denn Angela Merkel ist 2017 nur durch ein solches Bündnis zu stürzen. Deshalb werden SPD und Grüne alles tun, um die Linkspartei auch auf Bundesebene regierungsfähig zu machen. Thüringen ist ein Schritt in diese Richtung.
Frage: Was bedeutet Rot/Rot/Grün in Thüringen für die Opfer der SED-Diktatur?
Knabe: Viele, die in der DDR im Gefängnis gesessen haben, sind sehr aufgewühlt. Einige sind regelrecht re-traumatisiert, haben Albträume und Angst vor der Zukunft. Sie spüren, dass die Lehren aus der Geschichte in Vergessenheit geraten. Und sie haben das Gefühl, dass diejenigen zurück an die Macht kommen, die vor 25 Jahren entmachtet wurden. Wenn man sich anschaut, wer für die Linke im Landtag sitzt, stimmt das auch. Denn die Linksfraktion besteht vor allem aus ehemaligen DDR-Funktionären und früheren Stasi-Spitzeln. Mehr als zwei Drittel der Abgeordneten sind alte SED-Genossen.
Frage: In der Präambel des Koalitionsvertrages bekennen sich die Parteien dazu, dass die DDR ein Unrechtsstaat war. Nicht mehr als ein Lippenbekenntnis?
Knabe: Solche Erklärungen hat es vor fast jeder rot-roten Koalition gegeben. Ich halte das für wenig glaubwürdig, denn im Gegensatz dazu wird die DDR im Programm der Linken als Versuch bezeichnet, eine „bessere Gesellschaftsordnung“ zu errichten. Man müsste also das Programm ändern oder auf einem Bundesparteitag die DDR ohne Wenn und Aber verurteilen.
Frage: Bodo Ramelow stammt selbst aus Westdeutschland. Er verspricht Aufarbeitung in Thüringen und sucht den Dialog mit Opfern des Systems. Weshalb nehmen Sie ihm das nicht ab?
Knabe: West-Linke sind leider keineswegs weniger ideologisch als Ost-Linke – im Gegenteil. Ich fürchte, dass die Opfer nur von ihm instrumentalisiert werden, um an die Macht zu kommen.

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Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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