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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Stasi-Opfer vor dem beginnenden Vergessen bewahren

06.06.2016
Frage: Stasi-Aktivitäten im Nordwesten – gab es so etwas überhaupt hier bei uns?
Haase: Der Nordwesten war sicherlich nicht der Hauptschwerpunkt der Stasi-Aktivitäten.
Frage: Was wissen wir denn überhaupt über Stasi-Aktivitäten im Nordwesten?
Haase: Es gibt einige wenige Fälle, von denen wir wissen, zum Beispiel die Bespitzelung von DDR-Flüchtlingen auf Borkum. Das meiste, was wir wissen, wissen wir, weil sich Betroffene dahinter geklemmt haben oder weil bewusst wissenschaftlich zum Thema geforscht wurde. Der Nordwesten war aber noch kein Forschungsthema, die Schwerpunkte lagen bislang immer im südlichen Niedersachsen, wo ja auch die Grenze zur DDR verlief.
Frage: Stichwort Forschung: Ist der Nordwesten ein weißer Fleck auf der Landkarte, um den sich dringend eine wissenschaftliche Einrichtung kümmern sollte?
Haase: Das wäre sicherlich für einen jungen Doktoranden oder bestimmte Arbeiten im Politik- oder Geschichtsstudium eine interessante Aufgabe. Zu gucken: Was war da überhaupt? Zum Beispiel wäre die Uni Oldenburg in meinen Augen ein mögliches Ziel der Stasi gewesen.
Frage: Sie sind Mitglied der Stasi-Kommission im Landtag und waren auch bei den Opfer-Anhörungen dabei. Was hat Sie dort am meisten überrascht oder berührt?
Haase: Überrascht hat mich eigentlich, dass wir auch über die Medien doch relativ wenig von der menschenverachtenden Durchdringung des Systems mitbekommen haben. Wir wussten, dass es so etwas gibt, dass es auch so etwas wie Häftlings-Freikauf gab – aber wie da ganze Lebensläufe vernichtet wurden, das wussten wir nicht. Es ist bewegend, wenn 20, 30 Jahre später gestandene Männer darüber berichten und ihnen dabei noch immer die Stimme versagt.
Frage: Was ist Ihrer Ansicht nach die vordringliche Aufgabe der Landtags-Kommission?
Haase: Es ist unsere vordringliche Aufgabe, das alles vor dem beginnenden Vergessen zu bewahren. Wir werden eine mehrbändige Dokumentation erstellen, die auch diese Einzelschicksale nachzeichnet. Es ist so wichtig, den Menschen mit Blick auf totalitäre System zu sagen: Wehret den Anfängen!

Hans-Dieter Haaseaus Emden sitzt seit 1998 für die SPD im Niedersächsischen Landtag. Der 61-Jährige ist als einziger Abgeordneter aus dem Nordwesten Mitglied der Enquetekommission „Verrat an der Freiheit – Stasi-Machenschaften in Niedersachsen aufdecken“.


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Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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