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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Streiks werden notfalls ausgeweitet

11.01.2019
Frage: Frau Schmidt, wegen der Warnstreiks des Flughafen-Sicherheitspersonals sind Zehntausende Reisende bundesweit betroffen. Warum müssen die Fluggäste leiden?

Schmidt: Es gibt leider keine andere Möglichkeit, so ist das beim Streik. Wir hatten die Warnstreiks aber bereits am Mittwoch angekündigt. Deswegen konnten sich die Reisenden darauf einstellen. Wir haben auch keine bösen Anrufe von betroffenen Fluggästen bekommen.

Frage: Sie fordern 20 Euro Stundenlohn für die rund 23 000 Beschäftigten an deutschen Flughäfen. Der Flughafenverband ADV nennt das unverantwortlich. Was sagen Sie dazu?

Schmidt: Manche Flughäfen zahlen für Aushilfen schon heute freiwillig 19,50 Euro. Davon sind wir mit unserer Forderung von 20 Euro gar nicht weit entfernt. Die Beschäftigten sind heutzutage einem höheren Druck ausgesetzt. Das Passagieraufkommen wächst und wächst, im vergangenen Jahr ist es um mehr als sieben Prozent gestiegen. Die Arbeitszeiten mit Nacht-, Feiertags- und Wochenendschichten sind nicht gerade familienfreundlich. Auch die Terrorgefahr ist gestiegen. Sicherheit ist wichtig, aber kosten soll sie nichts.

Frage: In Ostdeutschland bedeuten Ihre Forderungen teilweise Lohnerhöhungen von bis zu 44 Prozent. Wie wollen Sie das noch jemandem vermitteln?

Schmidt: In Baden-Württemberg liegt der Stundenlohn im Moment bei 17,16 Euro – die von uns geforderte Steigerung beträgt also nur knapp 17 Prozent. Dass es in Ostdeutschland so ist, ist nicht unsere Schuld. Die Arbeitgeber wollten einen einheitlichen Bundes-Lohntarifvertrag. Wenn die Lohnunterschiede zwischen den Bundesländern aber so groß sind, ist klar, dass man dann in den Niedrigsektoren etwas mehr drauflegen muss. Es ist auch nicht nachvollziehbar, dass man 30 Jahre nach der Wende noch solche Lohnunterschiede zwischen Ost und West hat.

Frage: Müssen sich die Reisenden in naher Zukunft noch auf weitere Warnstreiks einrichten?

Schmidt: Wir planen von Tag zu Tag. Wenn nötig, werden wir die Streiks ausweiten. Wenn die Arbeitgeberseite einlenken will, kommen wir sofort an den Verhandlungstisch zurück. Es war nicht unser Wunsch, die nächste Tarifverhandlung erst für den 23. Januar festzusetzen.

Eva Schmidt ist Landesfachbereichsleiterin der Gewerkschaft „Verdi“ Baden-Württemberg.
Petra Sorge Korrespondentenbüro Berlin
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