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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Ein richtig erfolgreiches Jahr“

05.03.2018
Frage: Herr Moritz, heute ist „Tag des Energiesparens“. Es gibt Bürger, denen es finanziell schwerer fällt, ihren Haushalt energiesparend umzurüsten. Genau an diese Gruppe wendet sich das Projekt „Stromspar-Check“, das seit 2014 in Ganderkesee läuft. Wie hat es sich entwickelt?
Moritz: Das Projekt hat hier im Bereich Landkreis Oldenburg/Delmenhorst Höhen und Tiefen erlebt. Nach einem recht guten Start hatten wir aber ein Problem damit, dass uns keine Mitarbeiter, die ja auf AGH-Basis („Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“) beschäftigt sind, vom Jobcenter zugewiesen wurden. So stand das ganze Projekt im Herbst 2015 auf der Kippe. Aber dann ging es langsam aber stetig wieder aufwärts. 2017 war dann ein richtig erfolgreiches Jahr.
Frage: In der Anfangszeit war es mitunter schwierig, an die Zielgruppe heranzukommen. Ist das einfacher geworden?

Anmeldung im Umweltzentrum Hollen

Seit 2014 bietet das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Hollen im Landkreis Oldenburg und in der Stadt Delmenhorst für Bezieher von Sozialleistungen „Stromspar-Checks“ an. Ziel ist es zum einen, den CO2-Ausstoß zu senken, aber auch, Energiekosten zu senken.

Als „Stromspar-Checker“ besuchen ehemalige Langzeitarbeitslose die Haushalte. Sie wurden eigens für die Tätigkeit qualifiziert.

Wer den Check in Anspruch nimmt, erhält nicht nur Tipps zum Energiesparen, sondern bekommt auch Energiesparartikel im Wert von bis zu 70 Euro geschenkt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesumweltministerium.

Anmelden können sich Interessierte bei Koordinator Ulf Moritz im RUZ Hollen unter Telefon   04223/93 20 53.

    www.stromspar-check.de

Moritz: Leider nicht. Dass es 2017 doch so viele Checks gab, lag vor allem daran, dass wir über die Gemeindeverwaltungen Zugang zu vielen Wohnungen bekamen, in den Flüchtlinge untergebracht sind. Aber in der breiten Bevölkerung ist nach wie vor die Skepsis groß, wenn jemand sagt: „Wir machen bei ihnen eine kostenlose Energieberatung. Sie müssen uns nur in ihre Wohnung lassen!“ Diese Skepsis können wir verstehen, da leider viele Betrüger unterwegs sind und die Polizei zu recht auch immer wieder warnt, Fremde in die eigene Wohnung zu lassen.
Frage: Das Projekt hilft, Energie zu sparen und den CO2-Ausstoß zu senken, aber es trägt auch zur finanziellen Entlastung der Klienten bei. Wie viel wurde gespart?
Moritz: Im Landkreis Oldenburg sind im gesamten Zeitraum bisher 519 Haushalte beraten worden. Das führt zu Gesamteinsparungen pro Haushalt im Schnitt von 238 Euro. Davon im Bereich Strom 148 Euro. Die Einsparungen im Bereich Wasser und Heizung ist ja eine Einsparung, die bei den Haushalten, die Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung beziehen, eine Einsparung von der die Kommune beziehungsweise der Bund profitiert.
Frage: Und wie viel Energie ist eingespart worden?
Moritz: Die Energieeinsparung kann man mit 532 Kilowattstunden allein für den Bereich Strom pro Haushalt und Jahr ansetzen. Das Bundesumweltministerium fördert den Stromspar-Check wegen der CO2-Einsparung. Und hier sind es pro Haushalt und Jahr rund 440 kg CO2 weniger, die unsere Atmosphäre belasten.
Frage: 2017 haben Sie viele Flüchtlingsfamilien beraten. Wie gelingt es den Stromspar-Checkern, dieses Klientel zu erreichen? Vermutlich hatten viele dieser Menschen bislang andere Probleme als einen zu hohen Energieverbrauch…
Moritz: Wir haben im RUZ im Rahmen einer „Flüchtlingsintegrationsmaßnahme“ in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Oldenburg Helfer ausgebildet, die die Haushalte von Flüchtlingsfamilien besucht haben, um zusätzlich zum Stromspar-Check Unterstützung zu geben. Die Unterstützung war vor allem wichtig in den Bereichen Heizen und Lüften. Hier in Deutschland sind die klimatischen Verhältnisse und die Art zu Bauen eben anders als in den Herkunftsländern. Und so mussten wir immer wieder auch darüber informieren, was Schimmel ist und warum der so gefährlich ist. Um diese Menschen zu erreichen, sind wir auf die Unterstützung der Gemeinden angewiesen, was in einigen Kommunen auch sehr gut funktioniert hat. Wir hoffen, dass wir auch in den anderen Gemeinden in diesem Jahr noch tätig werden können.
Frage: Melden sich bei Ihnen eigentlich auch Beratungswillige, die nicht zur Zielgruppe des Projekts zählen, also keine Sozialleistungen beziehen?
Moritz: Ja, das kommt gelegentlich vor, insbesondere wenn wir Informationsstände machen. Die können wir dann aber an die Verbraucherzentrale Oldenburg verweisen. Dort gibt es für 40 Euro eine ähnliche Beratung, wie wir sie durchführen. Allerdings gibt es dort keine kostenlosen Stromsparhilfen wie bei Stromspar-Check. Und auch keinen Gutschein über 200 Euro, wenn man den alten Kühlschrank gegen ein neues A+++ Gerät tauscht.
Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
Rufen Sie mich an:
04222 8077 2745
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