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Feuer in Sandkrug
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Feuer in Sandkrug

NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Tabubrüche nehmen zu

17.09.2018
Frage: Wie erleben Sie das Anwachsen rechtspopulistischer Tendenzen bei Besuchern der Gedenkstätten, zum Beispiel den ehemaligen Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück?
Drecoll: Abgesehen von dem Eklat um die Besuchergruppe der AfD im Juli sind rechtsextreme Äußerungen in der Gedenkstätte Sachsenhausen zum Glück sehr selten. Wir beobachten aber mit großer Sorge, dass geschichtsrevisionistische Provokationen und Tabubrüche systematisch betrieben werden, nicht zuletzt von der AfD.
Frage: Wie wirkt sich das auf die pädagogische Arbeit in der Gedenkstätte aus?
Drecoll: Das zunehmende Denken in Schwarz-Weiß-Mustern halte ich für brandgefährlich. Es muss unsere Aufgabe sein, darauf hinzuweisen, dass Vielfalt und Komplexität keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung sind, und dass wir das an diesen Gedenkorten lernen können. Und doch gibt es gerade genau die gegenläufigen Tendenzen: Dass es wieder wachsenden Antisemitismus, Ausgrenzungsmechanismen gibt und Feindbilder propagiert werden – und dass es offensichtlich eine wachsende Empfänglichkeit dafür gibt, das konterkariert unsere Arbeit. Und nicht nur das: Es stellt eine große Gefahr dar für unsere freiheitliche Demokratie, der wir uns entschlossen entgegenstellen müssen.
Frage: Wie reagieren Sie auf Besucher, von denen solche problematischen Äußerungen kommen?
Drecoll: Moderne Gedenkstätten sind Orte des historischen Lernens, wo es notwendig ist, Fragen zu stellen und zu diskutieren, auch kontrovers. An einem herausgehobenen Ort nicht nur der NS-Vergangenheit, sondern auch einem Ort des massenhaften Sterbens und Leidens, sind für uns allerdings revisionistische oder gar rechtsradikale Diskurse überhaupt nicht tolerabel. Eine klare Maßgabe ist, dass wir bei Gruppen, aus denen solche Äußerungen kommen, das pädagogische Programm sofort abbrechen.
Frage: Sie sind jetzt 100 Tage im Amt. Wie sind Ihre Eindrücke von den Gedenkstätten?
Drecoll: Ich bin der Überzeugung, dass dies die bedeutendste Gedenkstättenstiftung Deutschlands ist, mit der Ausstrahlung nach ganz Europa und darüber hinaus. Das liegt an der Bedeutung der historischen Orte selbst als Zeugnis der NS-Terrorherrschaft. Der Landkreis Oberhavel ist der einzige, in dem gleich zwei große Konzentrationslager lagen.
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