Herr Thümler, es gibt immer mehr Nachrichten über Gewalttaten in Flüchtlingsunterkünften. Was hört der CDU-Fraktionsvorsitzende?

ThümlerDie Sicherheitszustände sind teilweise besorgniserregend und dringend verbesserungswürdig. So sind im Aufnahmelager Oerbke nur vier private Sicherheitskräfte. Immer wieder muss die Polizei ausrücken, um Konfliktgruppen unter den Flüchtlingen und Asylbewerbern zu trennen. Das gilt auch für andere Orte. Es gibt eine sich ausbreitende Bandenkriminalität, Konflikte zwischen Ethnien und Religionen, sexuelle Übergriffe und versuchte Vergewaltigungen. In der Umgebung der Aufnahmeeinrichtungen klagen Händler vermehrt über Diebstähle. Wir müssen wieder für Sicherheit sorgen.

Was halten Sie von privaten Sicherheitskräften?

ThümlerZunächst muss das Land für Sicherheit und Ordnung sorgen. Der Innenminister ist hier gefordert. Angesichts der momentanen Überlastung der Polizei kann die vorübergehende Unterstützung durch private Sicherheitsdienste in den Aufnahmeeinrichtungen hilfreich sein.

Kanzlerin Merkel hat die Grenze für alle Flüchtlinge geöffnet, Bundespräsident Gauck sieht Grenzen der Aufnahme. Was sagen Sie?

ThümlerUnsere Kapazitäten und die Aufnahmebereitschaft unserer Gesellschaft sind bald am Limit. Wir können nicht unendlich viele Flüchtlinge aufnehmen. Deutschland kann nicht das ganze Leid dieser Welt lösen. Dafür brauchen wir eine europäische und eine weltweite Lösung. Wir müssen uns auf diejenigen konzentrieren, die bis jetzt gekommen sind – das wird schwierig genug. Aber mehr sollten es dann auch nicht werden.