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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Trump spricht aus, was viele in Amerika fühlen

21.07.2016
Frage: Donald Trump ist Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Was war Ihr erster Gedanke?

Annen: Auch wenn man sich über Monate an den Gedanken gewöhnen konnte, ist es noch immer ein Schock, dass die Republikaner jemanden wie Donald Trump nominieren. Dass Trump in einem so fortschrittlichen Land eine reale Chance hat, Präsident zu werden, ist ein Tiefpunkt in der Historie der USA.

Frage: Was würde mit ihm im Weißen Haus aus dem Verhältnis Washington-Berlin?

Annen: Wir wissen überhaupt nicht, wie eine Präsidentschaft unter Donald Trump aussehen würde. Seine Berater sind unbekannt, seine außenpolitische Kompetenz ist nicht erkennbar, wenn sie überhaupt vorhanden ist. Die Beleidigung gegenüber Merkel, das Werben für den Brexit, aber auch sehr freundliche Äußerungen gegenüber Wladimir Putin lassen erwarten, dass das Verhältnis zwischen Europa und den USA stark belastet werden könnte.

Frage: Sein Rückstand auf die demokratische Kandidatin Hillary Clinton schwindet. Muss sich Berlin tatsächlich auf einen Präsidenten Trump einstellen?

Annen: Es gibt eine überwältigende Ablehnung Trumps bei all denen in der Bevölkerung, die wir als Minderheiten bezeichnen: Afroamerikaner, Latinos, viele gesellschaftliche Minderheiten wie Schwule und Lesben. Deswegen wird es für ihn rechnerisch sehr schwer bis unmöglich, das Weiße Haus zu erreichen. Aber bislang sind alle Prognosen dieses Wahlkampfes, insbesondere die, die die Republikaner betreffen, falsch gewesen.

Frage: Hinter Trumps Erfolg steht die Sorge vieler Menschen vor der Globalisierung. Die gibt es auch hier. Sehen sie einen europäischen Trump am Horizont?

Annen: Trump spricht aus, was viele in Amerika fühlen. Man kann ihn sicher nicht ein zu eins mit Marine Le Pen aus Frankreich, Frauke Petry von der AfD oder anderen Populisten in Europa vergleichen. Aber auch in Deutschland haben viele Bürger den Eindruck, die Entscheidungen würden gar nicht mehr von ihren demokratisch gewählten Vertretern getroffen. Und das führt zu Ressentiments. Es wird nach Schuldigen gesucht. Das Phänomen Trump spiegelt daher auch eine Tendenz wider, die wir in der Rhetorik der AfD in Deutschland vorfinden können.

Tobias Schmidt Korrespondentenbüro Berlin
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