US-Verteidigungsminister James Mattis hat seinen Rücktritt angekündigt und begründet dies mit grundlegenden Differenzen mit US-Präsident Trump. Was bedeutet die Entscheidung für die transatlantischen Beziehungen und die deutsche Sicherheitspolitik?
BeyerDas ist überraschend. Der Rücktritt von James Mattis ist offenbar eine direkte Reaktion auf die Ankündigung von US-Präsident Trump, amerikanische Soldaten aus Syrien abziehen zu wollen. Mattis ist als Stimme der Vernunft offenbar nicht mehr beim Präsidenten durchgedrungen. Der amerikanische Verteidigungsminister und seine deutsche Amtskollegin Ursula von der Leyen haben sich gut verstanden und hatten ein gutes, enges, persönliches Verhältnis. Mit dem Rücktritt verschwindet wieder jemand aus der US-Administration, zu dem die Bundesregierung einen guten Draht hatte. Damit werden die transatlantischen Beziehungen noch schwieriger.
Kommt der geplante Truppenabzug aus Syrien und Afghanistan nicht zu früh?
BeyerDie Ankündigung des Truppenabzugs aus Syrien und Afghanistan kam überraschend. Weder das amerikanische Außen- noch das Verteidigungsministerium sollen darauf vorbereitet gewesen sein und keine Pläne in der Schublade haben, wie denn der Rückzug des Militärs aus Syrien und Afghanistan erfolgen soll.
Muss man jetzt auch damit rechnen, dass der amerikanische Präsident seine Ankündigung umsetzt und US-Soldaten aus Deutschland und Europa abziehen wird?
BeyerNatürlich muss uns das mit großer Sorge erfüllen. Man weiß inzwischen ja nicht mehr, was noch kommt. Allein in Deutschland sind immer noch mehr als 30 000 Soldaten stationiert. Dazu kommen rund 24 000 Zivilbeschäftigte. Eigentlich war sogar ein Aufwuchs von rund 2000 Soldaten geplant. Die Frage stellt sich, ob die Amerikaner noch ein verlässlicher Partner sind, auch innerhalb der Nato. Wir müssen uns auf weitere Überraschungen einstellen. Trumps Stil ist sehr unorthodox. Seine Tweets sorgen weltweit für Aufsehen. Es ist auffällig, dass dies immer geschieht, wenn es innenpolitische Probleme gibt. Er bedient seine Klientel. Donald Trump spaltet das Land und stößt die Verbündeten in Europa und in der Nato vor den Kopf.
