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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Über zwei Stunden lang eingeschlossen im Restaurant

13.12.2018
Frage: Herr Wölken, wie haben Sie den Anschlag in der Straßburger Innenstadt erlebt?
Wölken: Ich hielt mich mit anderen zu einem Arbeitsessen in einem Restaurant etwa vier Minuten vom Weihnachtsmarkt entfernt auf. Über Twitter wurden wir schnell auf die Vorgänge aufmerksam und merkten, dass sich draußen etwas tut.
Frage: Hatten Sie Angst?
Wölken: Von Angst will ich nicht sprechen – eher große Unsicherheit. Dagegen stand das professionelle, vor allem unaufgeregte Verhalten der Mitarbeiter des Restaurants. Die Türen wurden schnell abgeschlossen. Allerdings wurde das Licht angelassen. Ich habe von Kollegen gehört, dass sie woanders im Dunklen unter den Tischen sitzen mussten.
Frage: Wie lange mussten Sie dort ausharren?
Wölken: Etwa zweieinhalb Stunden. In dieser Zeit überschlugen sich die Ereignisse in den Sozialen Netzwerken.
Frage: Wie ging es weiter?
Wölken: Ich wohne während der Straßburger Sitzungswochen in Kehl auf der deutschen Rheinseite. Dorthin musste ich zurück. Die sonst offene Grenze auf der Europabrücke wurde abgeriegelt, die Kontrollen massiv verstärkt, der Öffentliche Nahverkehr eingestellt. Das war extrem.
Frage: Mit welchem Fahrzeug waren Sie unterwegs?
Wölken: Vom Restaurant in der Innenstadt konnten wir über einen sicheren Korridor laufen, vorbei am Polizei-Checkpoint. Von der Innenstadt zum Parlament sind wir gelaufen und haben dort ein Taxi erwischen können. Wir konnten dann bis auf 400 Meter an die Grenze fahren. Von dort bis zum Hotel in Kehl bin ich dann zu Fuß gelaufen.
Frage: Am Tag danach wurden die Sitzungen im Europaparlament fortgesetzt.
Wölken: Drinnen herrscht parlamentarischer Normalbetrieb. Die Gespräche drehen sich aber natürlich um den Angriff und die Folgen.
Frage: Erneut war ein Weihnachtsmarkt Ziel eines Anschlags. Können wir noch unbeschwert an solchen Attraktionen teilnehmen?
Wölken: Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder igele ich mich ein und lasse zu, dass mein normales Leben beschnitten wird – dann haben die Täter ihr Ziel erreicht. Oder aber wir sind stärker und lassen uns unser freies, offenes Leben nicht nehmen. Ich glaube an die Menschlichkeit und wähle daher Option 2.
Oliver Schulz Redakteur / Politikredaktion
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