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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Unabhängige Experten müssen Vorfall untersuchen

15.06.2019
Frage: Herr Nouripour, nach den jüngsten Angriffen auf Schiffe im Persischen Golf, darunter einen Tanker einer deutschen Reederei. Wie gefährlich ist die Situation?
Nouripour: Die Lage ist hochbrisant. Die Beziehungen zwischen Iran auf der einen und Saudi-Arabien sowie den USA auf der anderen Seite sind seit Langem belastet. Und die Truppen der Akteure stehen sich zu nahe gegenüber. Wir müssen jetzt alles tun, um die Lage zu deeskalieren. Ein Krieg in der Region wäre in seinen Auswirkungen verheerend, noch verheerender als der Irak-Krieg es war.
Frage: Wie lässt sich die Situation jetzt entschärfen?
Nouripour: Der Konflikt muss institutionalisiert werden. Wir brauchen eine unabhängige Untersuchung einer internationalen Expertenkommission, was im Golf von Persien wirklich passiert ist.
Frage: Die USA haben jetzt ein Video vorgelegt, das den Iran belastet. Was lässt sich daraus ableiten?
Nouripour: Vorsichtig ausgedrückt: Dass wir mehr Aufklärung brauchen. Es gibt Widersprüche zu den Aussagen der Besatzung des japanischen Tankers. Die haben ein „fliegendes Objekt“ wahrgenommen. Auf dem Video ist ein Schiff zu sehen. Deshalb meine Forderung: Wir brauchen eine internationale Untersuchung der Vorgänge, keine bilateralen Beschuldigungen.
Frage: Der deutsche Außenminister Heiko Maas war in Teheran, um zu verhandeln. Was kann er erreichen?
Nouripour: Maas verfolgt die europäischen Sicherheitsinteressen: Das Atomabkommen mit dem Iran retten, das Trump aufgekündigt hat. Oberstes Ziel bleibt: Eine Nuklearisierung des Nahen Ostens müssen wir unter allen Umständen verhindern.
Frage: Möglich wäre ein inneriranischer Machtkampf der Hardliner um die Revolutionsgarden gegen die in deren Augen zu liberale Staatsführung?
Nouripour: Wir sollten uns mit Spekulationen zurückhalten. Das „Cui bono?“ (Wem nutzt was?) allein führt nicht weiter. Möglich ist, dass sich in Iran Kräfte verselbstständigt haben, die ohne Wissen der Staatsführung auf eigene Rechnung handelt. Denkbar wäre, dass außerhalb des Iran Kräfte wie Saudi-Arabien eine Eskalation befördern, die auf die unkalkulierbar lose Hand des US-Präsidenten handeln. Umso wichtiger ist, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.
Omid Nouripour (44) ist außenpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.
Peter Riesbeck Korrespondentenbüro Berlin
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