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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Verband muss sich von politischem Einfluss befreien

16.02.2017

Frage: Wie stark wird der Moscheeverband Ditib aus Ankara gesteuert?

Sofuoglu: Ditib-Imame sind seit Jahrzehnten Beamte des türkischen Staates. Das war lange Zeit unproblematisch. Aber seit einigen Jahren kommt es zur politischen Einmischung, werden die Imame gezielt darauf angesetzt, für die Linie der Regierungspartei AKP zu werben. Die Erdogan-Partei missbraucht Ditib als Instrument, um die Türken hier in Deutschland zu beeinflussen.

Frage: Wäre es dann nicht höchste Zeit für die Bundesländer, die Zusammenarbeit zu stoppen?

Sofuoglu: Nein, ein Abbruch der Kontakte wäre kontraproduktiv. Ditib ist die einzige gemäßigte islamische Organisation in Deutschland. Neben den von Ankara eingesetzten Imamen gibt es viele jüngere Türken der zweiten Generation, die im Ditib-Vorstand sitzen und sich für Reformen einsetzen. Eine pauschale Verurteilung und ein Abbruch der Zusammenarbeit würden die Reformbewegung zerstören. Ditib muss die Spitzelaffäre lückenlos aufklären und klarmachen, dass sie sich als Religionsgemeinschaft und nicht als politische Organisation versteht. Durch ein Ende der Kooperation würden die Radikalen gestärkt. Sie würden das als weiteres Beispiel dafür darstellen, dass der Islam hierzulande nicht gemocht und ausgegrenzt wird.

Frage: Muss sich Ditib selbst nicht viel stärker von Erdogan distanzieren?

Sofuoglu: Eine Distanzierung von jeglichen politischen Einflüssen ist dringend geboten. Ditib sollte sich auf die Probleme und Aufgaben in Deutschland konzentrieren, und nicht auf die türkische Innenpolitik. Dafür ist es aber auch notwendig, dass die Imame nicht länger aus der Türkei kommen, sondern hier bei uns ausgebildet werden.

Frage: Am Sonntag wird der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in Oberhausen für das Präsidialsystem werben. Treibt Ankara einen Keil in die türkische Gemeinde in Deutschland?

Sofuoglu: Die türkische Innenpolitik spielt eine immer stärkere Rolle für die Türken in Deutschland. Das hat mit den ersten Auftritten Erdogans angefangen. Sowohl seine Anhänger als auch seine Gegner entfernen sich immer mehr von den eigentlichen Themen in Deutschland. Die Spannungen innerhalb der türkischen Gemeinde nehmen bedrohlich zu.

Tobias Schmidt Korrespondentenbüro Berlin
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