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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Vor allem die Kleinen leiden

27.03.2019
Frage: Das Europarlament hat für die EU-Urheberrechtsreform gestimmt. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?
Günther: Unter den Demonstranten, bei uns im Verein und in der IT-Szene allgemein ist dieses Ergebnis befürchtet worden. Etwas Hoffnung auf Berücksichtigung der vielen Engagierten auf den Straßen gab es aber – die wurde herb enttäuscht.
Frage: Besonders umstritten ist der Artikel 13 (nun Artikel 17). Digitale Plattformen wie z.B. Youtube müssen Inhalte vor dem Hochladen auf Urheberrechtsverletzungen überprüfen. Ist das ein Angriff auf die Freiheit im Netz?
Günther: Dass zur Filterung Werkzeuge geschaffen werden müssen, halte ich für sehr bedenklich. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass große Akteure wie Youtube wenig Probleme mit der Umsetzung haben werden und vor allem die Kleinen leiden, die man ja eigentlich von den Regelungen ausnehmen wollte.
Frage: Welche Folgen befürchten Sie denn konkret für kleine und mittelständische Unternehmen/Plattformen? Die teuren Upload-Filter müssen ja auch finanziert werden.
Günther: Ein Teil dürfte Upload-Möglichkeiten einschränken oder komplett abschalten, ein anderer wird eigene Angebote einstellen und auf große Plattformen umziehen. Der Rest hat zusätzliche Kosten. Alle werden begeistert sein, dass am Ende wenig oder gar nichts bei den
Urhebern ankommt.
Frage: Wie kann in der Praxis vermieden werden, dass zulässige Inhalte durch Upload-Filter auf der Strecke bleiben?
Günther: Gar nicht, nicht zu 100 Prozent. Im Zweifelsfall wird eine Bewertung eher falsch positiv erfolgen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Da können die Ersteller z.B. von Remixen oder Satiren sich dann beschweren, irgendwer muss das prüfen und nach ein paar Wochen hat man vielleicht Erfolg – wenn die jeweilige Plattform überhaupt den Aufwand betreiben und teure Mitarbeiter damit beschäftigen will.
Frage: Befürworter der Urheberrechtsreform sehen darin eine Chance, dass Kulturschaffende und Journalisten angemessen für ihre Arbeit entlohnt werden… Ist das nicht positiv?
Günther: Die Urheber werden immer wieder genannt, wenn es eigentlich um die Verwerter geht – und da profitieren auch eher nur die großen. Es gibt sehr viele Urheber, die das ähnlich sehen.
Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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