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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Vorpreschen einiger Länder stellt Vertrauen infrage

11.05.2020
Frage: Herr Hofreiter, die Corona-Beschränkungen werden deutlich gelockert. Die Zahl der Infektionen steigt wieder an. Ist das nicht ein riskanter Kurs?

Hofreiter: Wir sind in einer kritischen Phase. Die Ansteckungsrate steigt wieder. Die Menschen haben sich in den vergangenen Wochen verantwortungsvoll verhalten, ich befürchte aber, dass viele wieder sorgloser werden. Das liegt sicher auch am unklarer gewordenen Krisenmanagement von Bund und Ländern. Das Vorpreschen von einigen Ministerpräsidenten und ihr uneinheitliches Vorgehen stellt das Vertrauen in die Maßnahmen infrage. Die Lockerungen dürfen nicht dazu führen, dass jetzt wieder alles verspielt wird, was wir bereits erreicht hatten. Wenn es eine zweite Corona-Welle geben und ein erneuter Lockdown notwendig würde, wäre das ein schwerer Schlag für unsere Gesellschaft und die Wirtschaft. Jetzt kann man nur an alle appellieren, vernünftig zu sein.

Frage: Im nordrhein-westfälischen Coesfeld gibt es eine große Zahl von Infektionen bei Arbeitern in einer Fleischfabrik. Auch aus Bayern und Schleswig-Holstein werden Fälle gemeldet. Wo liegen die Ursachen dafür?

Hofreiter: Im System. Jetzt zeigt sich, was schon vorher klar war. Die Zustände in der Fleischbranche sind erbärmlich. Die Arbeitskräfte leben dort in miserablen und sehr engen Unterkünften. Sie arbeiten unter miesen Bedingungen und mangelhaftem Schutz. Das sind ideale Voraussetzungen für die Ausbreitung des Virus. Wir brauchen daher dringend bessere Unterkünfte. Häufig werden die Arbeiter in den Schlachthöfen über Werkverträge mit billigen Fremdfirmen rücksichtslos ausgenutzt. Mit dem ausbeuterischen Geschäftsmodell der Branche muss Schluss sein.

Frage: Die Südwest-Grünen haben den umstrittenen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer aufgefordert, die Partei zu verlassen. Gibt es bei den Grünen keinen Platz für unbequeme Meinungen?

Hofreiter: Die Grünen in Baden-Württemberg haben festgestellt, dass systematisch gegen die Partei agiert wurde. Ich kann verstehen, dass sie Herrn Palmer auffordern, die Partei zu verlassen.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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