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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Warum nachhaltiges Essen glücklich macht

21.08.2019
Frage: Frau Kay, Sie sprechen über nachhaltige Ernährung. Was bedeutet das eigentlich?
Kay: Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt ja eigentlich aus der Forstwirtschaft und bedeutet, dass nur so viel abgeholzt wird, wie nachwächst. Das lässt sich auf die Ernährung übertragen. Es geht darum, so wenige Ressourcen wie möglich zu verbrauchen. Das ist natürlich insbesondere bei pflanzlichen Lebensmitteln der Fall, aber auch Regionalität, Saisonalität und ein möglichst geringer Verarbeitungsgrad spielen eine Rolle, wenn es darum geht, bei der Erzeugung eines Lebensmittels möglichst wenig Energie zu verbrauchen.
Frage: Wie sieht es da mit dem Konsum von Fleisch aus?

Vortrag kostenfrei

Die Vortragsreihe „Für mehr Service und Lebensqualität im Alltag“ des Seniorenbeirats Ganderkesee beschäftigt sich am Donnerstag, 22. August, mit der Frage, was Ernährung mit Gesundheit und Klimawandel zu tun hat. Die Ökotrophologin Claudia Kay vom Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Hollen spricht ab 19 Uhr im Alten Rathaus (Rathausstraße 24) unter der Überschrift „Nachhaltige Ernährung macht glücklich!“.

Der Vortrag ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter Telefon  0151/70 13 03 27 ist aber unbedingt erforderlich.

Kay: Die Fleischerzeugung ist natürlich energieintensiv. Um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren, werden zum Beispiel 16 000 Liter Wasser benötigt. Und ein Rind benötigt zwölf Kilogramm Futter pro Kilogramm Fleisch. Würde man diese Getreidemenge direkt verarbeiten, würden davon sehr viel mehr Menschen satt.
Frage: Sie sagen, dass nachhaltige Ernährung glücklich mache. Aber es gibt auch Menschen, die es glücklich macht, günstig einzukaufen. . .
Kay: Man darf ja ruhig günstig einkaufen. Wer saisonales Obst und Gemüse kauft, spart viel Geld. Zucchini und Tomaten zum Beispiel sind jetzt sehr günstig. Da bleibt auch durchaus noch Geld übrig, um sich gelegentlich ein gutes Stück Fleisch zu gönnen. Glücklich macht an der nachhaltigen Ernährung, sich Zeit für den Einkauf, die Zubereitung und den Genuss zu nehmen. Das Bemühen um Nachhaltigkeit bezieht sich nicht nur auf die Erzeugung von Lebensmitteln, sondern auch auf die Menschen selbst.
Frage: Manch einer nimmt sich vor, verstärkt auf regionale und saisonale Produkte zu schauen – aber dann siegt doch die Bequemlichkeit und der Einkauf findet im Supermarkt statt, wo alles jederzeit verfügbar ist. Haben Sie Tipps, wie eine nachhaltige Ernährung einfacher wird?
Kay: Ganz ohne Aufwand geht es nicht. Aber auch in den Supermärkten gibt es immer mehr Produkte, die als saisonal und regional gekennzeichnet sind. Es empfiehlt sich, immer auf die Herkunft zu achten. Gerade in dieser Jahreszeit gibt es überall heimisches Obst und Gemüse. Es hilft, den Saisonkalender im Hinterkopf zu haben und nach Erzeugern in der Umgebung Ausschau zu halten. Oft fährt man an den Produkten am Straßenrand regelmäßig vorbei. Ansonsten gibt es ja auch noch Wochenmärkte, auf denen Erzeuger ihre Waren anbieten.
Frage: Sie sprechen jetzt in Ganderkesee vor älteren Zuhörern. Ist das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung vom Alter abhängig?
Kay: Ich habe den Eindruck, dass es Parallelen zwischen den Generationen gibt. Bei den Senioren ist das Bewusstsein für ressourcenschonendes Haushalten oft vorhanden. Zum Beispiel kochen sie mit Deckeln, um keine Energie zu verschwenden, und sie werfen viel weniger weg. Bei den Jüngeren ist dieses Bewusstsein vielfach wieder vorhanden – weil sie es in der Schule gelernt haben und weil es in den Neuen Medien thematisiert wird.
Frage: Was können Sie den Älteren da noch an Neuem vermitteln?
Kay: Oft glauben sie mir nicht, wie viel heute weggeworfen wird. Ich nutze die Chance für den Appell an die Zuhörer, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Und ein anderer Aspekt, der in dieser Gruppe vielleicht noch nicht so bekannt ist, ist der faire Handel, der ja auch dazu dient, Kinderarbeit zu verhindern. Darüber hinaus gibt es nicht nur Informationen, sondern auch etwas Leckeres zum Probieren.
Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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