• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Waffenlieferungen sind nicht unsere Aufgabe

14.08.2014
Frage: Vizekanzler Sigmar Gabriel hat vor einem Völkermord im Irak gewarnt. Wie dramatisch ist die Lage im Krisengebiet?
Müller: Es herrscht eine unvorstellbare Eskalation. Religiöse Minderheiten werden verfolgt. Das kommt einem Genozid gleich. Die Weltgemeinschaft ist aufgefordert, alles zu tun, dass dies noch verhindert wird. Die Lage ist äußerst dramatisch. Es sind Zehntausende auf der Flucht. Nach unseren Erkenntnissen stehen die Radikalislamisten der Terrormiliz Islamischer Staat kurz vor Bagdad.
Frage: Sind die US-Bombardements der richtige Weg, um das Morden zu stoppen?
Müller: Die Amerikaner reagieren und handeln. Man muss ihnen dafür dankbar sein, dass sie das Morden und die Vertreibung stoppen und Grenzen setzen. Auch Deutschland und Europa müssen jetzt Flagge zeigen. Das bedeutet in erster Linie humanitäre Hilfe. Wir haben die Soforthilfe um 20 Millionen Euro erhöht.
Frage: Woran fehlt es vor allem?
Müller: Es fehlt an Geld, an Material, an Medikamenten. Es fehlt an finanziellen Hilfen für die Flüchtlinge. Das gilt für den Irak, aber auch für die gesamte Region. Bisher sind nur fünfzig Prozent der Hilfszusagen eingelöst.
Frage: Erst hieß es, es werde keine militärische Hilfe geben. Jetzt schließt die Bundesregierung offenbar auch Waffenlieferungen nicht mehr aus. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel?
Müller: Ich persönlich sehe Deutschland nicht in der Verpflichtung, im Nordirak mit Waffenlieferungen einzugreifen. Wir können humanitäre Hilfen leisten. Darauf sollten wir uns konzentrieren. Ich bin für die Lieferung von Medizin, Lazaretten, Krankenwagen und vieles mehr. Waffenlieferungen aber sind nicht die Aufgabe Deutschlands.
Frage: Welche Hoffnungen setzen Sie in den designierten Regierungschef Haidar al-Abadi?
Müller: Die Regierung al-Maliki hat es nicht verstanden, im Irak Minderheiten und Mehrheiten, Sunniten und Schiiten, ausgewogen einzubeziehen. Es gab zu wenig Friedens- und Versöhnungsarbeit. Es ist gut, dass jetzt ein anderer Ministerpräsident diese Aufgabe übernimmt und im Irak hoffentlich für Versöhnung und Ausgleich sorgt. Jetzt gilt es aber zunächst, einen weiteren Vormarsch der Terroristen zu stoppen.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.