Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer weltweiten Ausbreitung des Zika-Erregers. Panikmache oder Gefahr?
KekuléDie WHO hat falsche Zahlen verbreitet. Das ist ein Skandal. Ihre Meldung, dass es in Brasilien infolge von Zika-Infektionen 4000 missgebildete Babys gegeben hat, ist weltweit verbreitet worden. Aber sie ist blanker Unsinn und war fahrlässige Panikmache. Fakt ist: Es hat gut 4000 gemeldete Verdachtsfälle gegeben. Grundlage dieser Meldungen war eine sehr breite Definition von Hinweisen auf eine mögliche Gehirnschädigung. In den allermeisten Fällen hat sich eine Missbildung nicht bestätigt. In einigen Teilen Brasiliens – insbesondere in der Region Recife – sehen wir aber tatsächlich eine Häufung von Missbildungen bei Neugeborenen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Erreger in Süd- und Mittelamerika weiter ausbreiten wird. Aber wir sollten das Risiko realistisch einschätzen: Nicht jede Schwangere, die sich infiziert, wird auch ein Kind mit Missbildungen zur Welt bringen. Da ist das Risiko bei Röteln wahrscheinlich deutlich höher.
Wie groß ist die Gefahr für die Menschen in Deutschland?
KekuléDeutsche können sich nur bei Reisen nach Lateinamerika oder in andere tropische Regionen infizieren, in denen das Virus vorkommt. Das Zika-Virus ist für Nicht-Schwangere fast ungefährlich. Es gibt weltweit keinen einzigen dokumentierten Todesfall. In einigen Fällen ist eine vorübergehende Nervenlähmung aufgetreten, die sehr wahrscheinlich von diesem Erreger hervorgerufen wird. Bei früheren Ausbrüchen gab es Zehntausende Infizierte, in gerade einmal 40 Fällen kam es zu dieser Komplikation. In der Regel ist Zika wirklich eine harmlose Erkrankung. Meistens merkt man nichts davon: Und wenn, dann sind es ein paar Tage Unwohlsein, Fieber, Gliederschmerzen und gerötete Augen.
Wie kann man sich schützen?
Kekulé Die Überträgermücke Aedes aegypti gibt es in Europa nicht. Eine direkte Ansteckung über Geschlechtsverkehr ist theoretisch denkbar, aber keine reale Gefahr. Der Zika-Erreger wurde in Einzelfällen im Sperma von Männern nachgewiesen. Bisher ist jedoch weltweit nur ein Fall einer Infektion durch Geschlechtsverkehr dokumentiert.
