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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Was alles in Plattdeutsch steckt

29.01.2013
Frage: Menschen sitzen auf Pfählen und spucken Kirschkerne, um ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. Sie lassen Menschen 222 Stunden plattdeutsch lesen. Warum?
Dohrmann: Das ist vor allem eine gute Möglichkeit, um möglichst viele Menschen an Platt-Art zu beteiligen und über die Anmeldung zum Rekordversuch viel Interesse für die plattdeutsche Sprache zu erzeugen. Zum anderen wird die Lesung deutlich machen, wie umfangreich und vielseitig die niederdeutsche Literatur ist, die seit dem Zweiten Weltkrieg im Oldenburger Land geschrieben worden ist.
Frage: Hat Plattdeutsch so viel Aufmerksamkeit nötig?
Dohrmann: Natürlich. Die Zahl der Sprechenden ist bekanntlich rückläufig, andererseits gibt es aber viele junge Menschen, die Interesse haben. Wir sehen das unter anderem an den Besuchern der niederdeutschen Aufführungen im Kleinen Haus des Staatstheaters. Ich denke, das ist ein Ausdruck von Sehnsucht nach Identität. Mit Platt-Art können wir zeigen, wie viel Potenzial Plattdeutsch hat, was in der Sprache steckt, auch Überraschendes.

Leser gesucht

Das Platt-Art-Festival für neue niederdeutsche Kultur vom 1. bis 10. Februar ist eine Veranstaltung der Oldenburgischen Landschaft in Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater.

Beim Rekordversuch im Foyer des Staatstheaters lesen die Teilnehmer tagsüber jeweils eine halbe Stunde und nachts eine Stunde. Wer mitmachen möchte, kann sich unter Telefon   0441/217 17 02 anmelden oder per E-Mail plattart@kultur-nord.de. Bitte Name und vollständige Adresse angeben.

  Das Programm des Platt-Art-Festivals unter

  Das rogramm des latt-Art-Festivals unterwww.plattart.de

Frage: Der Rekordversuch ist ein ehrgeiziges Ziel. Haben Sie denn schon genug Mitstreiter?
Dohrmann: Wir haben uns eine riesige Aufgabe gestellt und sind noch nicht am Ziel. Wir können noch gut 100 Leser unterbringen, je mehr sich jetzt noch bei uns melden, desto besser. Die Arbeit im Hintergrund ist monströs. Jutta Engbers hat Texte für 222 Stunden ausgewählt, die eingescannt und verschickt werden müssen. Teilnehmer haben Rückfragen. Das erfordert alles von unserer Projektmanagerin Elke Baak viel Kommunikation und Koordination. Dazu kommen dann noch so Kleinigkeiten, dass die Heizungsanlage im Staatstheater umprogrammiert werden muss. Denn gelesen wird ja rund um die Uhr.
Frage: Das hört sich so an, als ob Sie an alles gedacht haben. Gibt es einen Notfallplan?
Dohrmann: Wir haben eine kleine Einsatztruppe, falls Not am Mann ist. Die springen auch nachts als Leser ein, wenn sie es rechtzeitig erfahren. Das alles ist eine Teamarbeit.
Frage: Müssen die Teilnehmer am Langloopläsen perfekt plattdeutsch sprechen können?
Dohrmann: Sie sollten halbwegs plattdeutsch lesen können. Wir sind da aber großzügig. Es ist ein Spaßprojekt und soll es auch bleiben. Wichtiger ist, dass die Leser zuverlässig sind. Denn wir müssen in London nachweisen können, dass die Kette nicht abgerissen ist.
Frage: Was erwartet die Leser und die Besucher des Rekordversuchs?
Dohrmann: Wenn wir es schaffen, bekommen alle Teilnehmer den Text, den sie lesen werden, vorher zugeschickt, damit sie sich vorbereiten können. Wenn es soweit ist, nehmen sie im Theaterfoyer auf einem Thron Platz und bekommen eine Königsrobe umgelegt. Am Ende gibt es für alle Langloopläser zum Dank eine Urkunde. Es wäre ja schön, wenn wir zu allen Tages- und Nachtzeiten Zuhörer finden, die die Lesenden beim Rekordversuch unterstützen.
Frage: Wissen Sie schon, wer den Anfang macht?
Dohrmann: Am 1. Februar geht es um 15 Uhr los mit Bischof Jan Janssen. Er teilt sich die erste Stunde mit Jutta Engbers von der Oldenburgischen Landschaft und Cornelia Nath von der Ostfriesischen Landschaft. Bischof Heinrich Timmerevers liest irgendwann im Laufe des Rekordversuchs. Den hoffentlich erfolgreichen Abschluss am 10. Februar gegen 20.45 Uhr macht der Intendant des Staatstheaters Markus Müller. Das ist das echte Bekenntnis eines Allgäuers zum Plattdeutschen. Er bekommt einen Text, eine CD und ein Trainingslager, damit er durchkommt.
Lore Timme-Hänsel
Redakteurin
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2065

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