Wasserschutz gewinnt laut Landwirtschaftskammer in der landwirtschaftlichen Ausbildung eine zunehmende Bedeutung. Warum?

SeitzDie Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen in den letzten Jahren ausgebaut, um das Bewusstsein für eine nachhaltige Landwirtschaft bei jungen Landwirten zu fördern. So wurden zusammen mit Berufsschullehrern und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Unterrichtmaterialien zum Wasserschutz erarbeitet, die mittlerweile bundesweit genutzt werden.

Wie sieht eine zeitgemäße, umweltverträgliche Düngung aus?

SeitzEine umweltverträgliche Düngung muss vom Zeitpunkt und der Menge der Düngung pflanzenbedarfsgerecht sein. Das Gleichgewicht zwischen Nährstoffbedarf und der Nährstoffversorgung muss stimmen. Das bedeutet auch, die Nachlieferung von Nährstoffen aus dem Bodenvorrat zu berücksichtigen. Sie muss zudem dazu geeignet sein, Nährstoffausträge ins Grundwasser so weit wie möglich zu minimieren.

Gibt es aus Ihrer Sicht einen Zusammenhang zwischen zunehmendem Maisanbau und Belastungen des Grundwassers?

SeitzWir stellen in unseren Bodenuntersuchungen auf Praxisflächen immer wieder fest, dass die Reste an mineralischem Stickstoff, der im Winter ins Grundwasser ausgewaschen werden kann, nach der Ernte von Kartoffeln, Raps und Mais durchschnittlich am höchsten sind. Maisanbau muss aber nicht zwangsläufig grundwasserbelastend sein.

Was ist beim Maisanbau in Sachen Wasserschutz zu beachten?

SeitzDer Mais ist sehr gut in der Lage, Stickstoff aus dem Bodenvorrat zu verwerten. Wichtigster Punkt ist deshalb eine verhaltene Stickstoffdüngung. Aus Sicht des Wasserschutzes wird in der Praxis oft zu viel Stickstoff zum Mais gedüngt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit von Gras-Untersaaten im Silomais und eine Reihe von weiteren Maßnahmen, die dem Wasserschutz dienen.

Onno Seitz (50) ist Referent für Wasserschutz bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Landwirtschaftliche Auszubildende aus sieben Berufsschulen der Region haben sich am Donnerstag über Grundwasserschutz informiert.