• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Wasserschutz geht vor Gasgewinnung“

26.01.2015
Frage: Herr Torp, Exxon-Mobil ist ein weltweit agierender Konzern – welche Bezugspunkte gibt es zum Nordwesten Deutschlands?
TORP: Seit über 50 Jahren fördern wir im Raum Süd-Oldenburg Erdgas aus derzeit 107 Bohrungen. Rund 350 Kollegen sind dort tätig. Die Erdgasfelder im Bereich Süd-Oldenburg in Niedersachen leisten einen bedeutenden Beitrag zur heimischen Erdgasproduktion, die zwölf Prozent des deutschen Erdgasbedarfs deckt. 97 Prozent des heimischen Erdgases wird in Niedersachsen gefördert. In der Gemeinde Großenkneten im Landkreis Oldenburg begann das Erdgaszeitalter 1963 mit der Entdeckung des Erdgasfeldes in Hengstlage, das auch heute, rund 50 Jahre später, noch zu den zehn produktionsstärksten Erdgasfeldern in Deutschland zählt. Die Bohrung Visbek Z21 zum Beispiel produziert rund 24 000 Kubikmeter Erdgas pro Stunde und ist die erfolgreichste Bohrung im Raum Südoldenburg. Eine Menge, die ausreicht, um hochgerechnet den Jahresbedarf von etwa 120 000 Haushalten zu decken, was einer Stadt in der Größe von Kiel entspricht.
Frage: Im Rahmen der Erdgasförderung gibt es immer wieder kritische Stimmen zum so genannten Fracking, einem Hochdruck-Verfahren zur Förderung von Gas- und Ölvorkommen, die in Gesteinsschichten gebunden sind. Wie steht Exxon zu dieser Technologie, die schon kleine Erdbeben ausgelöst hat?
TORP: Wir wenden diese Technologie schon seit vielen Jahrzehnten an. Sie wurde in den vergangenen 50 Jahren hierzulande bereits rund 300 Mal in Sandstein-Lagerstätten eingesetzt – ohne einen einzigen Umweltschaden. Mittlerweile basiert ein Drittel der aktuellen deutschen Erdgasförderung auf Hydraulic Fracturing. Jetzt geht es darum, die bewährte Technik in Sandstein-Lagerstätten wieder anzuwenden und auf die Schiefergasförderung zu übertragen. Fracking verursacht keine Erdbeben, das heißt, die Energie einer Frac-Maßnahme reicht nicht aus, um ein Erdbeben zu verursachen. Zudem werden keine Frac-Maßnahmen in kritisch vorgespannten Gebieten durchgeführt.
Frage: Nehmen Sie die Bedenken der Fracking-Gegner denn ernst?
TORP: Ja, wir stellen uns schon seit einigen Jahren der sachlichen Diskussion mit Kritikern sowie allen Interessengruppen. Das erfolgt vor allen Dingen im persönlichen Dialog in Informationsveranstaltungen vor Ort. Aber auch unser Internetportal mit umfangreichem Informationsangebot sowie Präsenz in den Social Media werden für den Bürgerdialog genutzt. Diese öffentliche Debatte hat sicher erheblich mit dazu beigetragen, dass wir uns nicht nur in Sachen Transparenz und Dialog, sondern auch technisch weiterentwickelt haben.
Frage: Welche Argumente bringen Sie Fracking-Gegnern entgegen?
TORP: Jeder zweite Haushalt heizt mit Erdgas. Dieses Erdgas muss gefördert werden – und zwar sicher, und das tun wir. Ein Gegenargument, das häufig angeführt wird, ist die Gefährdung des Trinkwassers. Wasser ist lebenswichtig. Für uns gilt deshalb: Trinkwasserschutz geht vor Energiegewinnung und hat bei der Erdgasförderung oberste Priorität – unabhängig davon, ob das Fracking-Verfahren eingesetzt wird oder nicht.
Frage: Aber viele Gegner sind doch durch den „brennenden Wasserhahn“ im Film „Gasland“ aufgeschreckt worden, oder?
TORP: Bemerkenswert ist: Die Fernsehsender ARD, ZDF und Arte haben aktuell entschieden, den Dokumentarfilm „Gasland“ auf absehbare Zeit nicht mehr zu zeigen. Denn: Die für die Fracking-Diskussion entscheidende Schlüsselszene zeigt aus einem Wasserhahn fließendes Wasser, das sich nach einiger Zeit durch ein Feuerzeug entzünden lässt. In der Szene wird der Eindruck vermittelt, als stünde das Fracking-Verfahren damit im Zusammenhang. Das ist aber nicht der Fall. Dieses so genannte biogene Erdgas steht in keinem Zusammenhang mit der Erdgasgewinnung aus tiefen Gesteinsschichten. Das Auftreten von biogenem Erdgas ist ein weltweit verbreitetes Phänomen, das in Deutschland zum Beispiel auch aus dem Münsterland bekannt ist.
Frage: Fühlt sich ein Großkonzern wie Exxon-Mobil auch der jeweiligen Region, in der er tätig ist, sozial verpflichtet – etwa bei Themen wie Nachwuchsförderung und Schul-Kooperationen?
TORP: Ja, sehr. Gute Nachwuchskräfte sind von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Unternehmen. Daher gilt es, im „Wettbewerb um die besten Köpfe“ die Nase vorn zu haben. Wir bilden in unserer Ausbildungswerkstatt in Großenkneten derzeit knapp 40 junge Menschen zu Mechatronikern und Chemikanten aus. Außerdem engagieren wir uns unter anderem in Vechta im Rahmen der industrieweiten Schulkooperation. Unser Ziel ist es, junge Menschen für Technik und technische Berufe zu begeistern. Wir freuen uns besonders, dass unser Ausbildungsteam in Großenkneten den diesjährigen „Preis für Innovative Ausbildung“ (PIA) der Nordwest-Zeitung gewonnen hat. Darauf sind die Kollegen vor Ort mit Recht stolz.
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
Rufen Sie mich an:
0511/1612315
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.