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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Watt-En-Schlick-Fest In Dangast: „Hier darf jeder so sein, wie er ist“

17.07.2018

Frage: Herr Krägeloh, das Watt-en-Schlick findet direkt am Wattenmeer statt und definiert sich auch ein Stück weit über den Ort. Welche Rolle spielt Dangast für das Fest?

Till Krägeloh: Eine sehr wichtige. Der Strand unterhalb des Kurhauses Dangast und auch das Kurhaus sind Orte mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Schon immer fühlten sich Künstler von ihnen angezogen.

Frage: Warum das?

Krägeloh: Das Meer, der Wind, das Licht, die Ferne – am Strand wirken ganz eigene Kräfte, und das berührt die Menschen. Hinzu kommt das Kurhaus, in dem schon seit Generationen eine Kultur der Offenheit gelebt wird.

Frage: Wie sieht die bitteschön denn aus?

Krägeloh: Hier darf jeder so sein, wie er ist, unabhängig von seinem gesellschaftlichem Status oder Ansehen. Anders herum prägen die unterschiedlichen Menschen – vom Freak bis hin zum Professor – auch die Vielfalt des Ortes Dangast.

Frage: Sie legen Wert darauf, dass das Watt-en-Schlick-Fest kein Event ist, sondern ein Fest. Warum?

Krägeloh: Bei einem Event geht es vielmehr darum, die Leute zu berieseln, zu entertainen. Und am Ende der Veranstaltung gehen alle nach Hause und machen wieder ihren Job. Man hat eine gewisse Erwartungshaltung: Die Bands müssen abliefern.

Frage: Und das ist bei Ihnen anders?

Krägeloh: Das ist bei uns natürlich zum Teil auch so und es kommen auch Leute, die sagen: Ich will hier einfach meine Ruhe haben und ein Bier trinken. Aber beim Watt-en-Schlick-Fest wird auch ganz beabsichtigt Kultur geboten, die provozierend ist, mit der man sich auseinandersetzen kann.

Frage: Moment mal: Sie wollen ihre Gäste provozieren?

Krägeloh: Es geht auch ums Polarisieren oder darum, sich überraschen zu lassen, Neues zu entdecken und sich auch mal auf Unbekanntes einzulassen. Kurz: An etwas teilzuhaben, das besonders ist und im besten Falle sogar noch lange nachhallt.

Frage: Ihr Anspruch ist auch, verschiedene Generationen anzusprechen. Wie funktioniert das?

Krägeloh: Wenn wir uns die Gesellschaft anschauen, sehen wir: Jeder hält sich in gewissen Szenen auf, umgibt sich mit Menschen, mit denen man sich wohl fühlt. Oft kriegt man so aber gar nicht mehr mit, was eigentlich in ganz anderen Szenerien los ist. Das betrifft vor allem die unterschiedlichen Generationen.

Frage: Was kann Ihr Watt-en-Schlick-Fest daran ändern?

Krägeloh: Das Watt-en-Schlick-Fest verfolgt unter anderem die Vision einer gesellschaftlichen Utopie: und in diesem Falle das friedliche Miteinander und den Austausch der verschiedenen Generationen untereinander. Das funktioniert bei uns über die Musik, die eigentlich sehr urban und indielastig ist, und über den wunderbaren Ort.

Frage: Sie bezeichnen das Festival als das „Montreux des Nordens“. Wie ist das gemeint?

Krägeloh: Ein wichtiger Punkt ist, dass das ganze Festival kuratiert wird . . .

Frage: Wie bitte?

Krägeloh: . . . das heißt, es wird nicht gebucht nach dem Motto „Wer zieht am meisten Publikum“, sondern das gesamte Booking wird in einem Prozess entwickelt. Dabei ist ganz entscheidend, dass das Programm explizit Künstlerinnen und Künstler beinhaltet, die bestimmte Positionen vertreten und die in dem, was sie machen, außergewöhnlich gut sind.

Frage: Welchen Vorteil hat das bitte?

Krägeloh: Es geht bei uns um die Kunst und nicht um den Mainstream. Und das betrifft nicht nur das Musikprogramm, sondern auch die anderen kulturellen Sparten, wie etwa das Kinoprogramm, das in diesem Jahr mehr Raum bekommt.

Frage: Das Watt-en-Schlick-Fest ist nach wie vor auf viele Freiwillige angewiesen, die beim Festival helfen . . .

Krägeloh: Richtig. Unsere Vision, die verschiedenen Menschen zusammenzubringen, bezieht sich natürlich auch auf die Menschen, die dieses Festival überhaupt erst durch ihr Engagement ermöglichen. Auch hier gilt es zu gucken, wo ist der richtige Platz für denjenigen oder diejenige.

Frage: Wie findet man diese Helfer?

Krägeloh: Man muss hier kein Allrounder sein und keine Rolle ausfüllen, die einem gar nicht liegt. Es geht darum, dass man seinen Platz findet und sich aufgenommen fühlt. Das schafft ein Selbstbewusstsein, gar nicht mal aufgrund der Wertschätzung, die man erfährt, sondern dadurch, dass man mit sich sozusagen im Reinen ist. Und das ist vielleicht auch das Verbindende: das gemeinsame Machen.

Das Programm

Freitag, 3. August: Haiyti, Gisbert zu Knyphausen, Martin Kohlstedt, RDGLDGRN, Dan Croll, Erobique, Ahzumjot, Johnny Rakete, MC Bomber, 5K HD, Paloma & The Matches, Jade Bird, Flowin Immo, Ätna, Selim Özdogan, Linus Volkmann, Wildes Herz (Film).

Samstag, 4. August: Fat Freddy’s Drop, Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, Parcels, Drangsal, Kid Simius, Marlon Williams, Sam Vance-Law, Aron Ottignon, Jesper Munk, Theo Lawrence & The Hearts, Bad Sounds, Das Paradies, KillASon, Sick: Shore, Stein, Papier, Fil, Kilnamana, Rausz., Lion Sphere, Wolfgang Frömberg, Mo & Friese (Kinderkurzfilmfestival), Reggae Boyz (Film), Die fetten Jahre sind vorbei (Film), 303 (Film).

Sonntag, 5. August: Tocotronic, Joan As Police Woman, Kat Frankie, BSMG, Noga Erez, Sampa The Great, Isolation Berlin, Juse Ju, Unter meinem Bett, Manuel Möglich, Flowin Immo, Siegfried & Joy Zaubershow, Helgen, Fibel, Cassia, DM im Schlickrutschen, Last Ship Home (Film), Shut up and play the Piano (Film), Grace Jones (Film).

Eintrittskarten unter www.wattenschlick.de


Film vom WES 2017 unter   https://youtu.be/okxqu0ntzwi 
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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