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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Haben mehr öffentliche Unterstützung erfahren“

21.06.2019
Frage: Das Unesco-Welterbe Wattenmeer besteht zehn Jahre. Ist das ein gutes Datum?
Südbeck: Ja ganz klar, das ist ein Glücksfall. Dem Wattenmeer hätte nichts Besseres passieren können als in diesen exklusiven Club aufgenommen zu werden. Das ist etwas ganz Besonderes. Es war der Anstoß für ganz viele Maßnahmen in Naturschutz, Umweltbildung und nachhaltigem Tourismus.
Frage: Was ist konkret besser geworden?
Südbeck: Die Aufnahme des Wattenmeeres in die Liste des Welterbes der Menschheit hat sowohl Einheimische als auch Gäste mit Stolz erfüllt und ihnen stärker verdeutlicht, dass der Wert des Wattenmeers außergewöhnlich und universell ist. Dadurch haben wir mehr öffentliche Unterstützung erhalten, und es haben sich neue Möglichkeiten eröffnet, auch finanziell. Was wir beispielsweise bei den Havarien als Unterstützung und Sorge zum Ausdruck bekommen haben, ist Ausdruck dieses neuen Verhältnisses der Menschen zu „ihrem“ Wattenmeer. Und unsere Möglichkeiten, konkrete Naturschutzmaßnahmen umzusetzen, sind auch wegen gestiegener Akzeptanz hierfür erheblich ausgeweitet worden.
Frage: Haben sich die Möglichkeiten, das Wattenmeer zu erfahren, verbessert?
Südbeck: Die haben sich aus unserer Sicht erheblich verbessert, auch durch die engere Verknüpfung von Tourismus und Bildungsarbeit. Alle Angebote des Nationalparks haben wir modernisiert, denn wir wollen unvergessliche Naturerlebnisse in einem einzigartigen Naturraum ermöglichen.
Frage: Gibt es Beispiele?
Südbeck: Es gab eine breite Qualitätsoffensive, sei es bei den Wattführern, sei es bei den Ausflugsfahrten. Gäste und Einheimische haben wesentlich mehr Möglichkeiten, das Wattenmeer zu erleben. Denken Sie nur an die Zugvogeltage im Oktober, die seit 2009 weit über 100 000 Menschen erreicht haben. Oder auch an die Deichöffnung am Langwarder Groden mit seinem Naturerlebnispfad – da steht man mittendrin im Weltnaturerbe!
Frage: Erfahren Sie eigentlich noch Kritik an der Unterschutzstellung?
Südbeck: Ja, die gibt es – selten grundsätzlich, aber nach wie vor an Einzelaspekten – und das von beiden Seiten: Den einen ist es zu viel, anderen zu wenig Naturschutz. Ausgehend von jagdlichen Fragen, haben wir uns mit den Ostfriesischen Inseln intensiv zu Kritikpunkten ausgetauscht und daran gearbeitet. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer befindet sich in einer eng besiedelten und wirtschaftlich genutzten Region – das bedarf immer wieder der Diskussion um den richtigen Weg.
Frage: Es gab Kritik am Böllerverbot zu Silvester, zeigt das nicht die Bandbreite der Konflikte?
Südbeck: Selbstverständlich. Wir haben Debatten wie um das Kitesurfen oder die Jagd, auch um das Böllern. Wenn man eine solche einzigartige Landschaft hat, muss man auch ringen, was die richtige Lösung ist. Das ist ganz natürlich. Unterm Strich haben wir viel erreicht für Mensch und Natur.
Frage: Gibt es einen Wunsch, der noch offen ist?
Südbeck: Durch den Meeresspiegelanstieg stellt der Klimawandel das Wattenmeer vor eine existenzielle Herausforderung. Der Klimaschutz ist daher unverzichtbarer Teil des Wattenmeerschutzes. Wir haben die Herausforderung der Schiffssicherheit in einem intensiv genutzten Schifffahrtsrevier. Da müssen wir alles tun, um besser zu werden – vom Ballastwasser über Unterwasserlärm bis zur umweltfreundlichen Energieversorgung. Wir wollen auch daher im direkten Anschluss an das Weltnaturerbe eine Modellregion für nachhaltiges Leben mit der Wirtschaft, dem Tourismus oder Landwirtschaft sein, dazu arbeiten wir daran, in der Region das Unesco-Biosphärenreservat entsprechend gemeinsam für alle hier auszugestalten.
Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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