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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Wenn Kultur zur Chefsache wird

20.02.2015
Frage: Herr Krogmann, die Stadt „von der Kultur her denken“ – was halten Sie von dieser kommunalpolitischen Idee?
Krogmann: Die Idee finde ich gut, aber ich würde nicht nur von der Kultur her denken. Es gibt ja noch viele andere Faktoren, die zur Stadtentwicklung beitragen. Aber Kultur hat einen ganz wichtigen Stellenwert, nicht nur als Standortfaktor.
Frage: Oldenburg als größte Stadt im Nordwesten ist auch ein Impulsgeber für die Region. Wie kann sie diese Aufgabe ohne eigenen Kulturdezernenten erfüllen?

Erste Sitzung

Jürgen Krogmann (51, SPD) war von 2008 bis 2014 Landtagsabgeordneter und ist seit 2014 Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg. Am vergangenen Dienstag fand die erste Kulturausschuss-Sitzung unter der Leitung des Kulturdezernenten Krogmann statt.

Krogmann: Wir haben ja einen Kulturdezernenten, und das ist nach der Entscheidung des Rates weiterhin der Oberbürgermeister. Ich habe nicht vor, das Amt so nebenher zu führen. Im Gegenteil: Ich habe Lust darauf, den Kulturstandort Oldenburg weiterzuentwickeln, und habe vor, mich in den nächsten Monaten und Jahren stärker zu Wort zu melden. Dabei geht es um die Frage, wie wir es schaffen, das klassische Angebot zu bewahren und zugleich offen zu sein für neue, junge Ideen.
Frage: Klaus Wowereit in Berlin hat es so gehalten, Jens Böhrnsen in Bremen kommt ohne aus – können Städte auf das Amt des Kulturdezernenten verzichten?
Krogmann: Ich glaube für Kultur ist das erst einmal keine schlechte Botschaft, wenn Kultur dann auch Chefsache ist. Allerdings würde es den Arbeitsalltag eines Oberbürgermeisters nicht abbilden, wenn man sagen würde, dass er sich intensiv fachlich und inhaltlich mit allen Punkten beschäftigen könnte. Dazu braucht man gute Leute, und die haben wir in der Stadtverwaltung. Es geht für einen Oberbürgermister eher darum, die Vernetzung zu fördern und die Bedeutung von Kultur immer wieder vor Augen zu führen.
Frage: Weshalb leisten sich andere Städte dann noch einen eigenen Dezernenten?
Krogmann: Die Konstellation von Dezernaten ist ja immer ein bisschen dem Zufall geschuldet. Bis vor einigen Jahren hatten wir ja auch einen eigenen Kulturdezernenten. Sehr lange war es Ekkehard Seeber, es folgte Martin Schumacher, und dann hat mein Vorgänger Gerd Schwandner entschieden, es selbst zu machen. Ich war offen für die Diskussion. Man hätte auch eine andere Lösung finden können. Aber die Politik hat mit großer Mehrheit so entschieden. Und ich gehe deshalb nicht in Sack und Asche, sondern werde versuchen, in den nächsten Jahren die Kultur in der Stadt weiterzuentwickeln.
Frage: Was können Sie denn in der Doppelfunktion mehr oder besser machen?
Krogmann: Der Vorteil ist, dass ich bei der Planung Schwerpunkte setzen kann, zum Beispiel was die Erweiterung des Stadtmuseums betrifft.
Frage: Noch einmal auf Oldenburg bezogen: Was können Sie als Oberbürgermeister/Kulturdezernent entscheiden? Etwa bei der umstrittenen Ausstattung des Filmfestes?
Krogmann: Ich persönlich schätze den Wert des Filmfestes sehr hoch ein und habe auch den erhöhten Zuschuss, den Gerd Schwandner in den Haushalt eingesetzt hatte, übernommen. Leider ist die Politik dem nicht gefolgt. Ich finde das sehr schade.
Regina Jerichow
Stellv. Redaktionsleitung
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2061

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