Herr zur Mühlen, das Jahr war bisher sehr ungewöhnlich mild. Wie kommen die Baumschulen in Weser-Ems damit zurecht?
Zur MühlenDurchaus positiv! Nach den kalten Jahresstarts und späten Frostperioden der Vorjahre waren viele Kunden – wie Gartencenter, Gartenbaumschulen, Großhändler – zunächst noch eher vorsichtig bei der Erstbestückung und beim Bestellen generell. Man fragte sich: Kommt da noch eine starke Kälteperiode nach? Aber jetzt kann man schon sagen: Der Versand lief hervorragend, teilweise sogar stürmisch.
Wie haben die Baumschulen den extremen Arbeitsanfall personell gewuppt bekommen?
zu MühlenWir kennen solche Perioden in der Branche aus langer Erfahrung. Das kann man organisatorisch hinkriegen. Dafür gibt es ja später auch wieder ruhigere Phasen. Allerdings ist eben nicht alles langfristig planbar: Letztes Jahr um diese Zeit war viel Ware noch nicht abgeflossen. Es war zu kalt, die Endkunden gingen noch nicht den Garten. Da war es also in vielen Betrieben genau andersherum als heute.
Personal ist das eine. Auf einmal müssen die Baumschulen angesichts der milden Temperaturen aber auch ungewöhnlich viel Ware liefern, denn in den Läden ist der Teufel los. Geht das?
zur MühlenAuch diese Schwankungen kennen wir. Grundsätzlich gibt es in unserer Region genug Ware, die Bestände sind sehr gut, und auch untereinander wird gehandelt. Vieles gleicht sich also aus. Entscheidend ist letztlich die Weitsichtigkeit und Kontinuität in den Betrieben, bei deren Produktionsplanung. Dennoch kann es vorkommen, dass mal eine gerade angesagte Pflanze ausverkauft ist.
Und, wird 2014 nun auch insgesamt gut für die hiesigen Baumschulen?
Zur MühlenDie Vorzeichen sind zumindest sehr günstig. Immerhin stehen die Monate Februar bis Mai für etwa 60 Prozent des Geschäfts. Aber in meinem eigenen Betrieb zum Beispiel ist der Herbst am wichtigsten. Auch der Sommer kann – etwa mit dem Geschäft mit Rosen und Stauden – wichtig sein.
Jetzt kommen wohl einige kühlere und feuchtere Tage. Schlimm?
zu MühlenIch kann das Jammern nicht nachvollziehen. Wir hatten doch schon sehr schöne Wochen. Jetzt braucht die Natur wieder Wasser, das ist doch auch ein Stück Normalität. Der Regen tut gut.
