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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Widerruf am besten schriftlich einreichen

10.06.2014
Frage: Frau Kirchner, machen die neuen Regelungen den Online-Handel für Verbraucher in Deutschland jetzt unattraktiver?
Kirchner: Sie sind nicht unbedingt unattraktiver. Die neuen Regelungen sind teilweise vorteilhafter, haben aber teilweise auch Nachteile für den Verbraucher. Es ändert sich einiges, zum Beispiel beim Widerrufsrecht. Es reicht jetzt nicht mehr, die Ware einfach zurückzuschicken, man muss den Widerruf eindeutig erklären.
Frage: Was bedeutet das?
Juristin in der Verbraucherzentrale Niedersachsen Anke Kirchner. BILD: dpa

Verbraucherzentrale Niedersachsen

Anke Kirchner (37 Jahre) arbeitet als Juristin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. In der Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale in Hannover ist sie seit Dezember 2013 Verbraucherrechtlerin.

Kirchner: Am einfachsten ist es, wenn man der Ware bei der Rücksendung ein Blatt Papier beifügt, auf dem steht: „Ich erkläre den Widerruf des Kaufvertrags.“ Wahrscheinlich ist aber, dass die großen Unternehmen ein Muster-Widerruf-Formular erstellen werden, das sie der Bestellung mit der Rechnung beilegen.
Frage: Muss der Widerruf unbedingt schriftlich erfolgen?
Kirchner: Theoretisch ist ein Widerruf auch mündlich möglich, aber davon raten wir den Verbrauchern ab, weil sie am Ende beweisen müssen, dass sie den Kaufvertrag widerrufen haben. Dafür reicht auch, eine E-Mail oder wie gesagt bei der Rücksendung der Ware einen Zettel beizulegen.
Frage: Gelten die neuen Vorschriften denn auch bei Käufen von Privatanbietern?
Kirchner: Nein. Die neuen Regelungen gelten nur für Verbraucherverträge, also nur für Verträge zwischen privaten Käufern und Unternehmen.
Frage: Was sind aus Ihrer Erfahrung beim Online-Handel grundsätzlich die größten Probleme für Verbraucher?
Kirchner: Früher war es oft so, dass die Kunden nach der Rücksendung der Ware lange darauf warten mussten, dass sie ihr Geld zurückerstattet bekommen. Aber auch das ist jetzt neugeregelt. Wenn die Ware wieder beim Händler eingegangen ist, muss er den Kaufpreis innerhalb von 14 Tagen zurückerstatten. Für die Kunden ist es auf jeden Fall wichtig, den Beleg für die Rücksendung aufzuheben. Falls die Ware beim Händler nicht ankommt, muss der Kunde diesen Beleg für die Absendung vorlegen.
Frage: Gibt es noch andere häufige Probleme?
Kirchner: Die Verbraucher sollten grundsätzlich darauf achten, welche Bezahlmöglichkeiten vom Händler angeboten werden. Wir raten dazu, den Kauf noch einmal zu überdenken, wenn nur per Vorkasse bezahlt werden kann. Denn dann kann es natürlich sein, dass die Ware einfach nicht kommt. Es ist immer gut, wenn mehrere Zahlwege zur Verfügung stehen.
Frage: Sicherheit im Netz ist ein stark diskutiertes Thema. Worauf sollte man achten?
Kirchner: Es ist leider so, dass auch unseriöse Anbieter ihren Internetauftritt inzwischen so professionell gestalten, dass sie für Verbraucher nicht zu erkennen sind. Die Kunden sollten darauf achten, dass die Seite ein vernünftiges Impressum hat. Wenn der Anbieter seinen Sitz in Deutschland hat, wird es bei Reklamationen einfacher, seine Rechte durchzusetzen. Auch Angaben, wie Kunden den Anbieter erreichen können, sollten vorhanden sein, zum Beispiel eine kostenlose Telefonnummer oder eine E-Mailadresse.
Frage: Welche Bezahlmethode ist denn die Sicherste?
Kirchner: Der Kauf auf Rechnung ist immer eine recht sichere Methode, weil die Kunden die Ware erhalten und sie prüfen können. Dann bezahlen sie die Rechnung. Die Lastschrift ist auch noch relativ sicher, weil man den Betrag wieder zurückbuchen kann.
Merle Ullrich
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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