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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Wie das Spiel „Stille Post“

20.03.2014
Ein Kinderporno-Ring verteilte seine Daten über eine spezielle Software. Der Oldenburger Robert M. Albrecht (42) vom Chaos Computer Club kennt sich mit dem Netzwerk aus.
Frage: Wie funktioniert die spezielle Software?
Albrecht: Um in das Netzwerk, das „Darknet“, zu gelangen, braucht man die Software „Tor“. Es funktioniert ähnlich wie das Kinderspiel „Stille Post“, wobei die Nachricht von einem zum anderen weitergereicht wird. Der Computer arbeitet aber präziser, und die Nachricht bleibt erhalten. Dabei weiß der Letzte in der Kette nicht, wer die Ursprungsnachricht in die Welt gesetzt hat, er sieht nur seine direkten Nachbarn und bleibt damit anonym.
Frage: Wie ist es den Ermittlern gelungen, dort hinein zu kommen?
Albrecht: Ich muss jemanden aus dem Kreis kennen, um auch in den Verteiler zu kommen. Das war dann wohl klassische Polizeiarbeit mit V-Leuten. Schlussendlich werden aber früher oder später Daten ausgetauscht. Das kann durch Downloads, dem persönlichen Treffen oder das Fließen von Geld über die Preisgabe von Kontodaten sein. Dann haben die Ermittler einen Anhaltspunkt.
Frage: Was ist der Sinn des „Darknet“?
Albrecht: Die Software ist dafür gedacht, Zensur zu umgehen und anonym zu bleiben. Das „Tor“-Netzwerk wurde auch vom US-Internetaktivisten Jacob Applebaum entwickelt. Über das „Darknet“ werden in Ländern wie China oder beim Arabischen Frühling Demos organisiert oder Fotos außer Landes gebracht und veröffentlicht. Leider missbrauchen einige Leute auch das Netzwerk.