Was haben Taxiunternehmen dem Konzept von Uber voraus, was sind Ihre Vorteile?

AgenaDas ist ganz klar. Unsere Fahrzeuge, also die Taxen, unterliegen der „BOKraft“. Das ist eine Verordnung, dass unsere Fahrzeuge bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Fahrzeuge müssen zum TÜV. Die Fahrer müssen ihre Gesundheitsprüfung und Ortskenntnisprüfung machen. Zudem müssen sie ihr polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. In jedem Taxi, in das sie einsteigen, ist vorn der Fahrer und das Unternehmen ausgezeichnet. Jede Fahrt wird registriert. Dann weiß man genau: Wer ist wann wo in das Fahrzeug ein- und ausgestiegen. Und wir sind an 365 Tagen zuverlässig da und kommen auch immer, und das zu einem konstanten festgelegten Preis. Das alles bietet Uber nicht. Ist die Nachfrage hoch, ist der Preis hoch. Uber verdient an jedem Kilometer, denen ist es egal, wie viel der Fahrer hat.

Glauben Sie das Konzept Uber funktioniert auch im ländlichen Raum? Oder hat das Taxi hier noch einen anderen Stellenwert?

AgenaUber versucht natürlich überall Märkte zu erschließen, im ländlichen Bereich jedoch ist das Taxi sowieso Teil des ÖPNV. Ganz viele Taxiunternehmen sind nachts für den ÖPNV unterwegs. Zudem erfüllen wir auch auf dem Land den Wunsch nach Mobilität. Es sind viele Krankenfahrten, Rollstuhlbeförderungen oder Schülerfahrten – das alles sind quasi Plusdienste gegenüber Uber.

Wie beurteilen Sie die Zukunft auf den Straßen, sehen Sie eine Chance, das Uber auch hierherkommt?

AgenaHier gibt es ja schon eine Art Uber. Solche Selbstfahrer, die über Whats­app-Gruppen oder ähnliches anbieten, die Leute günstig mitzunehmen. Das sind alles ungenehmigte Personenbeförderungsverkehre und die erwirtschaften damit Gelder. So gesehen ist Uber in anderer Form schon überall, auch im ländlichen Bereich, präsent. Im „grauen Markt“ sind wirklich einige unterwegs. Wir beobachten das mit Sorge und versuchen, es über die Kontrollbehörden einzudämmen.