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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Wir brauchen verpflichtende Videoüberwachungen

06.12.2018
Frage: Frau Otte-Kinast, in letzter Zeit sind viele mutmaßliche Skandalbilder aus niedersächsischen Schlachthöfen veröffentlicht worden. Was folgt auf die Empörung?

Otte-Kinast: Das Thema ist für mich immer noch präsent, da lasse ich nicht locker. Ich habe verstärkte Kontrollen angeordnet: Bis Weihnachten finden pro Woche vier unangekündigte Kontrollen durch die Zulassungsbehörde (Laves) in niedersächsischen Schlachthöfen statt. Wir zeigen damit der Branche: So geht es nicht weiter. Ich bleibe bei meiner Kritik, dass die veröffentlichten Missstände einen Systemfehler zeigen. Diese Skandalbilder sollten der Beginn einer Diskussion sein. Ich will Tierschutz in Niedersachsen, ich bin Tierschützerin.

Frage: Und eine brauchbare Überwachung?

Otte-Kinast: Da müssen wir besser werden. Deswegen spreche ich mich für eine verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen aus. Nicht nur in Niedersachsen, sondern deutschlandweit. Die Veterinäre müssen von ihren Büros aus in der Lage sein, sich rund um die Uhr in die Videosysteme der Schlachthäuser einzuschalten und nach dem Rechten zu schauen. Wir arbeiten derzeit an einer entsprechenden Bundesratsinitiative. Nordrhein-Westfalen hat bereits Unterstützung zugesagt, aber auch aus anderen Bundesländern erhalte ich Zustimmung. Ich sehe hier Niedersachsen als Agrarland Nummer eins aber in der Pflicht voranzugehen. Ich lasse mich dabei nicht von Datenschutz-Skeptikern ausbremsen, das will ich durchziehen, auch wenn es länger dauert. Nächstes Frühjahr möchte ich die Initiative einbringen.

Frage: Sie haben gesagt, den Verbrauchern sollte Fleisch mehr wert sein. Beispiel Weihnachtsgans: Die aus Polen kostet im Supermarkt derzeit 5 oder 6 Euro, die aus Deutschland schnell mehr als 20. Läuft Ihr Appell da ins Leere?

Otte-Kinast: Wer nur einmal im Jahr Gans isst, dem sollte es auch etwas wert sein. In Deutschland wird keine Gans gemästet, indem ihr eine Röhre in den Hals geschoben und sie so möglichst zügig bis zur Schlachtreife gemästet wird. In anderen Ländern zum Teil jedoch schon. Das sollte man wissen. Zu einer guten und artgerechten Tierhaltung gehört ein höherer Preis. Die Gans aus Deutschland kann man zu Weihnachten auch aus Tierschutzsicht guten Gewissens auftischen.

Barbara Otto-Kinast (CDU) ist die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin.
Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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