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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Wir feiern unsere Sprache“

23.02.2017
Frage: Das Plattart-Festival steht diesmal unter dem Motto „Wi kriegt dat hen“. Das klingt trotzig. Gibt es einen Grund, trotzig zu sein?
Heger: Das ist zunächst einmal positiv im Merkelschen Sinn gemeint: Wir schaffen das. Zum anderen aber auch als Antwort auf all die Zweifler, die unsere plattdeutsche Sprache sterben sehen oder schon für tot erklärt haben. In Oldenburg weigert man sich zum Beispiel, zweisprachige Orts- und Hinweisschilder aufzustellen. Dabei gibt es sogar einen entsprechenden Erlass. Der Stolz, Großstadt zu sein, scheint größer zu sein als die Liebe zur plattdeutschen Sprache.
Frage: Sie sind ja richtig verärgert.
Heger: Ja, mich hat das tief verletzt. Mit dem Plattart-Festival beweisen wir, dass Plattdeutsch alles andere als provinziell ist. Wir Plattopoliten feiern die Vielfalt unserer Sprache, sie vereint die unterschiedlichsten Menschen, den Punk aus Augustfehn und den Banker aus Edewecht.
Frage: Das Plattart-Festival hat sich der neuen niederdeutschen Kultur verschrieben. Was muss ich mir darunter vorstellen?
Heger: Das Festival beschäftigt sich mit aktuellen Themen und will Menschen ansprechen, die sonst nichts mit Plattdeutsch am Hut haben. Zum Beispiel habe ich den Rapper „Der Holzfäller“ bei Plattsounds im November 2016 kennengelernt, in diesem Jahr hat David Sokowicz bei „Classic meets Pop“ auf der Bühne gestanden. So kann’s kommen.
Frage: Das Festivalprogramm ist knallbunt. Man könnte sagen, dit un dat för jeden watt. Was sollten wir denn auf keinen Fall verpassen?
Heger: Appetit macht sicher die Eröffnungsgala im Kleinen Haus, die ich zusammen mit Werner Momsen moderiere. Gespannt bin ich auf das Finale mit Tee und Torfsoden, das Insina Lüschen moderiert. Dort wird ein Migrantenchor auftreten und plattdeutsche Lieder singen. Neu ist auch das plattdeutsche Rudelsingen. Das unterstreicht den Ansatz der Plattopoliten: Nur gemeinsam sind wir stark.
Frage: In das Plattart-Festival integriert ist das 1. Plattdeutsche Puppentheaterfestival im Männeken-Theater in Hengstforde. Was ist der Grund dafür?
Heger: Wir strecken unsere Fühler aus. Wir wollen auch damit Menschen ansprechen, die sonst nicht unbedingt mit Plattdeutsch in Berührung kommen. Und das Puppentheaterprogramm spricht Groß und Klein an.
Frage: Auf was freuen Sie sich persönlich beim Plattart-Festival am meisten?
Heger: Ich freue mich auf die erotische Lesung von Gerd Spiekermann mit Texten aus der Bibel im Kulturbahnhof Cloppenburg und auf das Doppelkonzert mit der Punk-Band „De Schkandalmakers“ und der Hiphop-Band „Blowm & Maddin un de Maudefaades“ in Oldenburg.
Frage: Was machen Sie, wenn das Plattart-Festival vorbei ist?
Heger: Nach dem Festival ist vor dem Festival. Für 2019 gibt es bereits die ersten Anfragen. Und ich bin auch wieder an Bord, weil ich gern mit dem Team, mit Gesche Gloystein und Insina Lüschen, zusammenarbeite. Sie haben eine große Leidenschaft fürs Plattdeutsche und wenig Jammerpotenzial. Und durch die Oldenburgische Landschaft erfahren wir in Person von Stefan Meyer eine enorme Unterstützung.

Annie Heger(30) ist Sängerin, Schauspielerin, Autorin, Moderatorin und Sprecherin der Radiosendung „Hör mal beten to“ von NDR 1. Sie ist Mitgründerin der Gruppe „Sweet Sugar Swing“ und seit 2013 künstlerische Leiterin des Plattart-Festivals. Am 8. April tritt sie zusammen mit Vanessa Maurischat in der Oldenburger Kulturetage auf mit ihrem neuen Musikkabarettprogramm „Eine geht nicht“ – eine Huldigung an alle Kabarettduos, die es nicht mehr gibt.

Das Plattart-Festivalwird am 10. März um 20 Uhr mit einer Gala im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters eröffnet. Veranstaltungsorte neben Oldenburg sind Cloppenburg, Apen, Wiesmoor, Seefeld, Edewecht, Lemwerder und Halsbek. Karten im Vorverkauf gibt es an den jeweiligen Veranstaltungsorten und unter Telefon  0441/217 17 02.


Das komplette Festivalprogramm unter   www.plattart.de 
Lore Timme-Hänsel
Redakteurin
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2065

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