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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Wir meinen alles todernst – auch unsere Witze“

11.04.2015
Frage: Ihr rappt oft über politische Themen. Was war zuerst da: Hip Hop oder Politik?
Danger Dan: Wir verstehen uns nicht als politische Gruppe, sondern als Hip-Hop-Band. Wir haben kein politisches Programm. Wir sind normale Rapper – aber natürlich alle auch politische Menschen. Und wir setzen uns mit politischen Themen immer wieder auseinander, und das fließt auch in die Musik ein.
Frage: ...mitunter ziemlich deutlich.
Danger Dan: Vielleicht haben wir eine etwas stärkere politische Sozialisierung als andere. Es gibt viele Rapper die rappen zum Beispiel gern über Schuhe. Damit kenne ich mich nicht aus. Dafür bin ich als Jugendlicher zur Antifa gegangen, und wenn ich heute Zeitung lese, dann interessiere ich mich nicht besonders für den Sportteil, sondern für andere Dinge. Trotzdem sind wir keine Politgruppe, sondern zuallererst ’ne Band.
Frage: Ihr zitiert Slime, tragt Punk-Shirts, seid auf dem Plattenlabel der Toten Hosen...
Panik Panzer: Da passt nichts zusammen.
Frage: Fühlt Ihr euch im Rap überhaupt heimisch?
Panik Panzer: Ich persönlich fühle mich in der Rap-Ecke durchaus zu Hause und würde da auch gern mehr stattfinden, als es momentan der Fall ist. Ich freue mich aber auch, dass wir ein breiteres Publikum haben.
Frage: Rap ist ja eher chauvinistisch. Stört Euch das nicht?
Danger Dan: Ich glaube, dass die deutsche Rapszene nicht nur chauvinistisch ist. Wenn man etwas tiefer gräbt, findet man immer coole Leute. Ich glaube, dass Hip Hop sich nicht komplett abhebt vom Rest der Gesellschaft – genau wie dort sind im Rap überwiegend Chauvinisten und Idioten unterwegs. Wenn man auf dem Dorf mal in die Kneipe geht, wird man genauso viele Heinis da finden wie auf einem Hip-Hop-Konzert. Aber solche Leute wie Marteria, der zurzeit furchtbar erfolgreich ist, den halte ich nicht für einen Chauvinisten.
Frage: Ihr positioniert Euch gegen Rassismus und Homophobie. Machen Euch Phänomene wie Pegida Sorgen?
Danger Dan: Auf jeden Fall. Es ist die gesamte Situation, in diesem Jahr wurden schon mehrere Flüchtlingsheime angezündet. Da merkt man, dass sich was zuspitzt. Ich glaube aber, das sind so ab­struse Gefühle, die die Leute leiten. In dem Moment, wo es tatsächlich politisch wird und sich politische Strukturen daraus formen, werden es tatsächlich auch weniger.
Frage: Habt Ihr die Absicht, lustig zu sein, oder meint Ihr alles todernst?
Koljah: Wir meinen immer alles todernst – auch unsere Witze. Humor ist eine sehr ernste Sache. Vielleicht die ernsteste Sache, die es gibt.
Frage: In Euren lustigen Momenten seid Ihr meist ironisch. Werdet Ihr oft missverstanden?
Panik Panzer: Bestimmt – und ich finde das total spannend. Es gibt viele Leute, die meinen, etwas verstanden zu haben, aber alle haben etwas anderes verstanden. Und es amüsiert mich, das zu beobachten und es nicht aufzuklären.
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