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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Wir wollen transparentes und kontrolliertes System“

23.08.2014
Frage: Herr Rahmel, nach dem Transplantationsskandal in Göttingen gingen die Spenderzahlen zurück. Befürchten Sie nun einen erneuten Einbruch?
Rahmel: Natürlich sind wir besorgt, dass die neuen Vorwürfe einen Einfluss haben könnten. Aber auch bei dem aktuellen Manipulationsvorwurf geht es nicht um Unregelmäßigkeiten oder Probleme im Ablauf der Organspende. Jede Organspende kann nach wie vor Menschenleben retten. Es ist für das Vertrauen der Bevölkerung aber unerlässlich, dass das Organ auch den Empfänger erreicht, für den es nach den Regularien vorgesehen war. Deswegen unterstützen wir alle Maßnahmen für ein transparentes und sorgfältig kontrolliertes System der Organspende und -transplantation.
Frage: Nach dem Skandal in Göttingen wurden die Regeln für die Organvergabe verschärft. Muss man da noch mal ran?
Rahmel: Dieser Fall ist doch gerade ein Beleg dafür, dass die Kontrollen funktionieren. Dazu muss man wissen: Diese aktuell an die Staatsanwaltschaft gemeldeten Fälle liegen in der Vergangenheit. Sie wurden jetzt nur aufgrund der neu eingeführten Kontrollen aufgedeckt. Wenn man in diesem Drama irgendetwas Positives sehen will, dann, dass die neu eingeführten Kontrollmechanismen offensichtlich wirken.
Frage: Welche Motivation könnten Ärzte eigentlich haben, bei der Vergabe der Organe zu manipulieren?
Rahmel: Es gibt bislang keinen einzigen Hinweis darauf, dass es um individuelle Bereicherung geht. Der am ehesten nachvollziehbare Grund wäre, dass der Arzt seinem individuellen Patienten helfen will. Ein Mensch, den sie direkt vor Augen haben, ist ihnen vielleicht näher als einer, der abstrakt irgendwo anders liegt. Allerdings müsste jeder Transplantationsmediziner wissen: Wenn ich meinen Patienten vorziehe, geht das zulasten eines anderen. Dieses Problem gäbe es aber gar nicht, wenn wir genug Spenderorgane hätten, um den Patienten, die auf eine Transplantation so dringend warten, zu helfen.

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Staatsanwaltschaft Frankfurt Am Main | DSO

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