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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Wirtschaft in Region robust

12.09.2018
Frage: Herr Janßen, welche Folgen hatte die Finanzkrise für die Region?
Janßen: Die Realwirtschaft in unserer Region hat durch die Finanzkrise im Export nur ganz kurz einen kleinen Rückschlag erleiden müssen. In anderen Staaten sieht das vollkommen anders aus. Dort ist die Realwirtschaft noch längst nicht wieder da, wo sie vor der Krise mal war.
Frage: Woran liegt das?
Janßen: Wir haben eine Wirtschaftsstruktur, die auf hochwertigen Export ausgerichtet ist. Unser Bankensystem ist auch nicht so stark getroffen worden. Natürlich hat die Finanzkrise auch uns viele Milliarden gekostet, aber das deutsche Bankensystem ist anders aufgestellt. Wir haben viele kleinere und mittlere Institute. Die hatten zwar auch Verluste zu verzeichnen und mit einigen Problemen zu kämpfen, doch wurde Deutschland lange nicht so schwer getroffen wie Länder, in denen es nur einige große Banken gibt.
Frage: Welche Auswirkungen sind auch jetzt noch spürbar?
Janßen: Aus regionaler Sicht gab es hauptsächlich zwei Probleme: die Banken selbst – auch kleinere, denn sie waren und sind verzahnt mit großen Banken, die enorme Probleme mit der Liquidität bekommen haben. Als zweites haben wir den Kapitalmarkt, sprich Aktien. Die Kurse sind stark eingebrochen. Die Folgen spüren wir noch immer.
Frage: Inwiefern?
Janßen: Sparer sind verunsichert und legen ihr Geld nicht lukrativ und damit auch risikoreicher an. Bei den Banken merken wir, dass sie immer noch viel konservativer unterwegs sind als früher. Sie achten viel mehr auf Liquidität und sind sehr viel stärker reguliert als vor der Krise.
Frage: Sind die Finanzmärkte sicherer geworden?
Janßen: Es befindet sich viel mehr Eigenkapital in den Systemen, alles wird stärker reguliert. Das heißt, die Märkte sind stabiler und sicherer. Jetzt kommt das Aber: Wir sehen die großen Schuldenblasen beispielsweise in den USA. Wenn sie platzen, wird das auch bei uns Auswirkungen haben. Mit Lehman ist 2008 eine gar nicht mal so große Bank pleite gegangen. Sie hat aber andere durch ihre internationale Vernetzung mit heruntergezogen. Größere Finanzinstitute sind durchaus gefährlich und es gibt einige Tendenzen, dass Banken international und auch hierzulande fusionieren und immer größer werden sollen. Das ist mit Vorsicht zu genießen.
Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

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