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SPD-Urgestein Erhard Eppler ist tot
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Aktualisiert vor 34 Minuten.

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SPD-Urgestein Erhard Eppler ist tot

NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Experte sieht Fleischverzicht als wichtigen Beitrag

09.08.2019
Frage: Herr Latif, der Weltklimarat schlägt Alarm, zeichnet ein düsteres Bild und fordert Konsequenzen bei der Landnutzung. Der weltweite Temperaturanstieg über Land habe bereits 1,53 Grad erreicht. Was muss geschehen, um die Pariser Klimaziele, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu beschränken, nicht zu verfehlen?
Latif: Gut, dass jetzt noch einmal klargemacht wird, dass sich die Landregionen deutlich schneller erwärmen als die globale Durchschnittstemperatur der Erde. Selbst wenn es bei einer Erderwärmung von unter 2 Grad bleiben würde, bedeutet das für die Landregionen eine 3 bis 4 Grad Erwärmung. Damit werden zum Beispiel Hitzewellen zunehmen.
Andererseits verursacht die Nutzung der Landregionen ungefähr ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Diese müssen schnell sinken, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Wir müssen aber auch sicherstellen, dass die Welternährung gewährleistet ist. Es gibt Zielkonflikte. Der Klimawandel verschlimmert zudem die Ernährungssituation auf der Erde. Andererseits werden immer mehr Flächen genutzt, um Biokraftstoffe zu erzeugen oder Futtermittel für die Viehzucht. Wir übernutzen und zerstören die Erde, wenn wir nicht umsteuern.
Frage: Land- und Forstwirtschaft müssen umdenken, so die Forderung der Experten. Der Fleischkonsum solle reduziert werden – ist das der richtige Ansatz?
Latif: Weniger Fleischkonsum wäre ein zentraler Punkt für Klimaschutz. Die Böden würden geschützt, die Treibhausgase verringert. Die vegetarische Ernährung ist weniger ressourcenintensiv als die Ernährung über Fleisch. So paradox das klingt: Weniger Fleischkonsum wäre ein Beitrag zur Sicherung der Ernährung der Weltbevölkerung.
Weniger Fleischkonsum ist zudem der Gesundheit förderlich. Es würden mehr Böden für nachhaltiges Landwirtschaften frei und der Klimawandel gebremst. Auch die Zerstörung der Regenwälder muss dringend gestoppt und es muss wieder aufgeforstet werden. Und schließlich müssen mehr Flächen wie Moore renaturiert werden.
Frage: Könnte die Rettung der Wälder die Erderwärmung stoppen?
Latif: Das ist ein Schlüssel für den Klimaschutz. Aktuell geht aber mehr Wald verloren als Wald hinzukommt. Das ist eine gefährliche Entwicklung und geht in die falsche Richtung. Gerade in Brasilien hat sich die Abholzung des Amazonas Regenwaldes seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Bolsonaro extrem beschleunigt. Eines ist aber auch klar. Aufforstung allein kann das Klima nicht retten. Außerdem kann man Flächen nur einmal nutzen. Wir dürfen die Nahrungsmittelproduktion nicht aus den Augen verlieren. Es führt kein Weg daran vorbei, dass die energiebedingten Treibhausgasemissionen schnell und drastisch sinken müssen.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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