Frau Al-Shamery, wie wichtig ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und welche Bedeutung spielen dabei Promotionsprogramme für Hochschulen?

Al-Shamery Gerade Promotionsprogramme sind für unseren wissenschaftlichen Nachwuchs ausgesprochen wertvoll. Sie bieten die Chance, in einem besonderen Umfeld zu lernen und zu promovieren. Dazu gehört zum Beispiel, dass die eigenen Forschungsergebnisse regelmäßig vor den anderen Promovierenden präsentiert werden. Das gemeinsame Diskutieren in einem größeren Kontext bereichert, erweitert den eigenen Blickwinkel und bereitet die Doktorandinnen und Doktoranden noch einmal ganz anders auf ihr späteres Berufsleben vor. Zu einem Promotionsprogramm gehört aber auch, dass internationale Gäste zu Vorträgen nach Oldenburg eingeladen werden, und dass der wissenschaftliche Nachwuchs selber an Tagungen teilnimmt.

Die Uni Oldenburg bietet 17 verschiedene Promotionsprogramme an und ist damit nahezu an der Spitze in Niedersachsen. Was bedeutet das fürs Renommee der Hochschule?

Al-Shamery Natürlich ist es für die Universität Oldenburg ein Aushängeschild, dass der wissenschaftliche Nachwuchs hier so gute Startbedingungen in die berufliche Karriere hat. Wir sind attraktiv für kluge Köpfe, national wie international. Auch für die Region hat das eine hohe Bedeutung, denn natürlich bleiben einige Doktorandinnen und Doktoranden nach Abschluss ihrer Promotion hier und wechseln beispielsweise in die Wirtschaft.

Wer finanziert diese Förderprogramme?

Al-Shamery Sieben finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft, noch einmal sieben das Land Niedersachsen und drei Promotionsprogramme finanzieren wir selbst. Erst kürzlich hatten wir einen großen Erfolg für unseren wissenschaftlichen Nachwuchs zu verzeichnen: Das Land Niedersachsen fördert künftig landesweit elf Promotionsprogramme – allein vier davon an der Universität Oldenburg. Für uns bedeutet das, dass wir weitere 60 Promotionsstipendien für Doktorandinnen und Doktoranden zur Verfügung stellen können. Die Bewilligung der neuen Programme ist aber auch ein Indikator für die hohe Qualität unserer Forschung zur Artenvielfalt, zu Erneuerbaren Energien, zu sicherheitskritischen Systemen sowie der Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Fördersumme beträgt vier Millionen Euro. Die Bewilligung spornt uns an der Universität Oldenburg zusätzlich an, den eingeschlagenen Kurs einer starken Nachwuchsförderung weiterhin fortzusetzen.

Prof. Dr. Katharina Al-Shamery (55) ist seit dem 1. April kommissarische Präsidentin der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und seit 2010 Vizepräsidentin für Forschung und Transfer. Sie setzt auf den wissenschaftlichen Nachwuchs.