Das von EWE initiierte Konsortium „Enera“ bewirbt sich um das Förderprojekt „Schaufenster intelligente Energie“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Projektleiter Christian Arnold (38) erläutert die Gründe.

Warum bewirbt sich Enera um das Projekt „Schaufenster intelligente Energie“ und will den Nordwesten zur Energiewende-Modellregion machen?

ArnoldDie große Motivation nicht nur bei uns sondern generell ist, dass wir praxisorientierte Großdemonstratoren brauchen, um den nächsten großen Schritt der Energiewende gehen zu können. Wir sehen, dass es nicht nur um eine Transformation auf der Erzeugungsseite geht, also das Ersetzen von CO 2 -intensiven Kraftwerken durch regenerative, sondern dass die Transformation im gesamten Energiesystem notwendig ist. Dazu braucht es jetzt weniger weitere Studien, sondern einen praktischen Demonstrator, an dem man eine Art Operation am offenen Herzen vornehmen kann.

Warum sind die Landkreise Aurich, Friesland und Wittmund sowie die Stadt Emden als Modellregion gewählt worden?

ArnoldZum einen haben wir die Modellregion natürlich an die Vorgaben angelehnt, die vom Bund kamen. Also etwa dass sie mindestens 100 000 Haushalte umfassen muss. Vor allem aber ist dieses Gebiet als die Windregion schlechthin geradezu prädestiniert für dieses Projekt. Mit Blick auf 2050 sollen in Deutschland 80 Prozent Erneuerbare Energien am Netz sein. Wir haben hier in der Region dieses Ziel mit 170 Prozent jetzt schon übererfüllt.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass Enera am Ende den Zuschlag erhält?

ArnoldWir sind davon überzeugt, dass wir eine gute Chance haben. Seit 20 Monaten laufen die Vorbereitungen und wir sind das einzige Projekt, dass über einen so langen Zeitraum wirklich glaubhaft deutlich gemacht hat, dass wir das wollen – ‎allein schon durch unseren umfangreichen Internetauftritt energie-vernetzen.de. Es gibt natürlich Wettbewerb. Insgesamt dürften vermutlich sechs oder sieben Projekte ihre Unterlagen abgegeben haben. Dennoch bin ich optimistisch, dass wir vorne mit dabei sein werden.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft