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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Wulff hat vor allem der öffentliche Rückhalt gefehlt

26.02.2014
Frage: Am Donnerstag wird das Urteil im Prozess gegen Christian Wulff erwartet. Alles andere als ein Freispruch wäre eine Überraschung, oder?
Falter: Ich rechne fest mit einem Freispruch. Darauf deutet bereits der gesamte Prozessverlauf hin. Die von der Staatsanwaltschaft vorgetragenen Argumente sind ausgesprochen schwach. Die Vertreter der Anklage scheinen sich da in etwas verbohrt zu haben, aus dem sie nicht mehr herauskommen. Eigentlich kann am Ende nur ein Freispruch stehen. Die angebliche Summe von 700 Euro, um die es bei dem Verdacht auf Vorteilsnahme geht, erscheint geradezu lächerlich. Man kann nicht annehmen, dass jemand mit fast 20 000 Euro Monatseinkommen mit umgerechnet 700 Euro bestochen werden kann.
Frage: War der Rücktritt dann wirklich notwendig gewesen oder nur die Folge seines schlechten Krisenmanagements?
Falter: Das Krisenmanagement von Herrn Wulff war mit Sicherheit mangelhaft. Dazu gab es in seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen sehr viele Ungeschicklichkeiten auch im Umgang mit Freunden. Wenn er sofort alles ohne Umschweife auf den Tisch gelegt hätte, wäre das ganze verpufft und er heute womöglich noch immer Bundespräsident. Die Eröffnung des staatsanwaltschaftlichen Verfahrens hat den Rücktritt dann unausweichlich gemacht. Hätte Wulff allerdings entschieden, zu bleiben, hätte man ihn nur mit dem Mittel der Präsidentenklage aus dem Amt bekommen können. Dafür sind die Hürden allerdings sehr hoch. Ihm hat am Ende vor allem der öffentliche Rückhalt und der Rückhalt der Medien gefehlt.
Frage: Jetzt hat es die Affäre Wulff sogar als Filmepos ins Fernsehen geschafft. Ist das nicht auch ein Beleg dafür, wie sehr der frühere Bundespräsident das Amt trivialisiert hat?
Falter: Wulff hat versucht, eine Art deutscher Kennedy zu sein. So etwas passt in meinen Augen nicht zum Amt des Bundespräsidenten. Christian Wulff ist in eine Glamour-Welt hineingezogen worden. Weder ein Bundespräsident noch ein Ministerpräsident sollte sich vorzugsweise mit Stars und Sternchen umgeben. Der Präsident gilt als jemand, der über den Parteien steht und der absolut vertrauenswürdig sein sollte, öffentlich wie privat.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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