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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Zahl psychischer Erkrankungen nimmt drastisch zu

09.05.2016
Frage: Gefühlt kennt jeder jemanden in seinem Umfeld, der schon mal wegen einer psychischen Belastungssituation krangeschrieben war. Nimmt die Zahl der Erkrankungen tatsächlich zu?
Schmidt-Bodenstein: Ja, psychische Erkrankungen nehmen weiter zu. Seit 2007 ist ein drastischer Anstieg der Fehlzeiten aufgrund einer psychischen Erkrankung zu verzeichnen. Das belegen unsere aktuellen Auswertungen des TK-Gesundheitsreports. So war etwa 2007 im Durchschnitt jede bei der TK versicherte Erwerbsperson aus Bremen etwas über einen Tag wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Seit dem haben die Arbeitsunfähigkeiten um knapp das Dreifache zugenommen.
Frage: Wen trifft den eine psychische Erkrankung?
schmidt-Bodenstein: Unsere Auswertungen belegen, dass psychische Erkrankungen zum Beispiel bei Studenten in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen haben. Insgesamt erhielten 22 Prozent der Bremer Studierenden, also mehr als jeder Fünfte, eine psychische Diagnose. Das macht deutlich, dass diese Erkrankungen, zu denen Depressionen, Angststörungen zählen, jeden treffen können, ob Student, Arbeitnehmer oder von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen. Die Ursachen sind vielfältig, ob zu viel Arbeitsdruck, Stress, Trauer, die jahrelange Pflege eines Angehörigen oder Doppelbelastung durch Beruf und Familie. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Antidepressiva-Verordnungen von 2006 bis 2013 um 48 Prozent.
Frage: Wird die Gesellschaft kränker? Oder können die steigenenden Zahlen nicht auch etwas mit der Diagnose zu tun haben?
schmidt-bodenstein: Sicherlich ist auch die Diagnostik besser geworden. Vieles, was früher unter somatischen Diagnosen verbucht wurde, wird heute als psychische Belastung identifiziert.
Frage: Wie lange fallen Betroffene auf der Arbeit denn im Schnitt aus, wenn sie eine depressiven Episode haben?
schmidt-bodenstein: Eine Arbeitsunfähigkeit dauert bei einer depressiven Episode im Schnitt knapp zwei Monate.

Sören Schmidt-Bodensteinist Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) Landesvertretung Bremen. Im Interview spricht der 47-Jährige über die Ergebnisse einer Studie zu psychischen Erkrankungen. Seit 2007 steigt die Zahl der Erkrankungen.


Infos unter   www.tk.de 
Tobias Schwerdtfeger
Leitung
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2050

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