Wie viele Filme für die Berlinale 2016 haben Sie bislang gesehen?

KosslickEtwa 120. Bis zum Festivalstart werde ich wieder auf rund 200 Filme kommen. Viele Filme werden erst kurz vor Programmschluss fertig. In den nächsten Wochen stehen also noch viele Sichtungen an. Ich habe auch noch nicht alle deutschen Filme gesehen, die infrage kommen könnten. Im Auswahlprozess sehen wir ja oft Filme, die technisch noch nicht ganz fertig sind – zum Beispiel ohne Farbkorrektur oder Musik.

Wie kann man bei all den Eindrücken aus den Filmen abschalten?

KosslickGar nicht. Ich schlafe zurzeit nicht gut. Ich träume viel. Gestern habe ich einen Film über Interkontinental-Atomraketen gesehen und darüber, dass davon auch noch 20 in Deutschland rumliegen. Das ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.

Was tun Sie, um sich dennoch zu entspannen?

KosslickIch mache Yoga. Ich versuche, viel an der frischen Luft zu sein, mich zu bewegen und gesund zu ernähren.

Wie läuft das auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast ab? Sind Sie trotz Ihrer Erfahrung manchmal noch aufgeregt?

Kosslick Wenn ich am Eröffnungsabend am roten Teppich aus der Limousine steige, dann öffne ich mit der Autotür auch die Tür zu einer anderen Welt. In diese Welt tauche ich zehn Tage lang ab. Während des Festivals absolviere ich dann jeden Tag drei bis fünf rote Teppiche. Ein bisschen Routine ist schon dabei.

Gibt es auch Stars, die nervös sind?

Kosslick Ja. Natürlich sind auch Stars aufgeregt. Sie müssen ja auf dem roten Teppich eine hohe Konzentrationsleistung erbringen, da muss alles sitzen. Es ist zum Beispiel genau durchchoreografiert, mit wem von der Presse die Schauspieler am roten Teppich sprechen. Dafür hat der Star eine ganze Entourage von Leuten, die das organisieren. Und dann gibt es noch eine ganz andere Aufregung: Einige Stars sehen ihren eigenen Film bei der Berlinale zum ersten Mal, mit Publikum! Da steigt für alle Beteiligten der Blutdruck.