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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Jade

Ministerin Birgit Honé In Diekmannshausen: Trinkwasser in Gefahr

15.05.2019

Diekmannshausen Vor welchen Herausforderungen der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) jetzt und in Zukunft steht, das erläuterten OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht und seine Kollegin Silke Bücker aus der Forschungsabteilung jetzt Niedersachsens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Birgit Honé in den Kaskaden des OOWV.

Specht zeichnete in Sachen Wasserversorgung beziehungsweise Daseinsvorsorge kein schönes Bild. „Dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung Vorrang hat, erleben wir als Versorger nicht mehr“, so der Geschäftsführer an die Ministerin. Er bezeichnete die Düngeverordnung als eine „Trickkiste“. Es werde nach wie vor viel zu viel gedüngt, das Nitrat gelange ins Grundwasser. Und in der Wesermarsch ist es ausschließlich Grundwasser, das in den Haushalten aus den Hähnen fließt. „Wir haben eigentlich schon fünf nach zwölf. Die Folgen sind so dramatisch, dass wir nicht weiter warten können“, so die SPD-Politikerin.

Das Gespür für die Daseinsvorsorge Wasser sei bei vielen verloren gegangen, führte OOWV-Pressesprecher Gunnar Meister aus. „Trinkwasser ist zu selbstverständlich.“ Der Verband stehe vor der Herausforderung, immer mehr Haushalte und Gewerbe anschließen zu müssen. „Wir laufen Gefahr, die benötigten Mengen nicht mehr zur Verfügung stellen zu können“, menetekelte Meister. „Die Daseinsvorsorge mit Trinkwasser muss Vorrang vor allen anderen Nutzern haben“, sagte Ministerin Honé in die Runde.

Die Landwirtschaft dünge für 70 Millionen Euro im Jahr zu viel, so Karsten Specht. 50 000 Tonnen Stickstoff landeten jährlich zu viel auf den Äckern. Man brauche Lösungen für die Betriebe, so der OOWV-Geschäftsführer. Der Rahmen der Düngeverordnung sei falsch gesetzt. Man müsse den Betrieben helfen. „Die Landwirte sollen ihr Einkommen haben. Wir müssen gesetzlich etwas regeln und einen Ausgleich schaffen“, forderte Birgit Honé. Das Thema Wasser und Nitratbelastung gehöre in die erste Säule der mittelfristigen Finanzplanung der EU, die demnächst anstehe. „Die Landwirte müssen auch auf ihre Verbände einwirken“, so die Sozialdemokratin. Da müsse Druck auf den Kessel. „Fünf oder sechs Jahre zu warten, wäre dramatisch.“

Ebenfalls für den OOWV ein Problem: Starkregen-Ereignisse. In Oldenburg installiert der Verband gerade Sensoren in den Abwasserkanälen, berichtete Silke Bücker. Die seien mit den Ampeln verbunden. Laufen die Kanäle voll, könne über die Sonden der Verkehr anders gelenkt werden, so Bücker. Auch Feuerwehren oder das Technische Hilfswerk erhielten entsprechende Warnsignale. Auch kooperiere der OOWV mit dem Deutschen Wetterdienst, erklärte Karsten Specht. Stünde ein Starkregen an, pumpe man vorab schon mal die Kanäle leer, sodass sie mehr aufnehmen könnten. „Das kann Leben retten“, stellte Specht mit Verweis auf den Starkregen in Münster, bei dem Ende Juli 2014 ein Mensch ertrank, klar.

Jens Schopp Redakteur / Redaktion Rastede/Wiefelstede
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