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Ausstellung Magischer Blick auf eine fantastische Welt

Wolfgang Böning

Jade - Seltsame Wesen in einer fiktiven Welt mit realen Bezügen: Die brasilianische Künstlerin Tita do Rego Silva entführt die Betrachter und Betrachterinnen ihrer Werke in eine fantastische Welt, die die Vielfalt ihres kulturellen Hintergrunds widerspiegelt. Interessierte können in diese Welt bis zum 26. April in der Galerie Schönhof an der B 437 zwischen Diekmannshausen und Schweiburg eintauchen.

Aber es gibt Einschränkungen. Laut Galerie-Inhaberin Wibke Heumann dürfen Interessierte die Ausstellung „Menschen und andere Tiere“ den derzeitigen Auflagen entsprechend nur einzeln oder höchstens zu zweit besuchen. Gäste müssen deshalb zuvor unbedingt an der Tür klingeln.

Tita do Rego Silva kommt aus Brasilien. Sie studierte in Brasilia Grafik und Kunstpädagogik. Lange lebte und arbeitete sie auch in der brasilianischen Hauptstadt. Früh hat sie Europa bereist. In Zeiten der Militärdiktatur, politischer Auseinandersetzungen und Inflation in ihrer Heimat war das ein Privileg.

Um europäische Kunst im Original sehen zu können, kam sie auch nach Hamburg, wo sie seit 1988 lebt und eine Druckwerkstatt betreibt.

Holzschnitttechniken

Die Künstlerin arbeitet vorwiegend mit Holzschnitttechniken. Sie zeichnet spiegelverkehrt auf den Druckstock und schneidet das Holz heraus, das nicht drucken soll. Dies erfolgt auf mehreren Platten, so dass jede Farbe eine Holzplatte benötigt. Sie wird auch „verlorene Platte“ genannt. Ihre Auflagen liegen meist bei fünf bis 25 Blättern. Die Linien, Flächen, Gebärden und die präzise Farbgebung erfordern eine genaue Planung.

„Farblich dominieren gelb, rot und türkis“, sagt Wibke Heumann. „Das sind sehr lebendige Farben, die uns eine Kraft spüren lassen können. Die Wesen der Werke vermitteln eine Magie, der sich jeder Betrachter und jede Betrachterin selbst hingeben kann, aber sie ermöglichen natürlich auch einen persönlichen Blick der Künstlerin auf die Geschichte Brasiliens.“

Die kulturelle Vielfalt, in der die Künstlerin aufwuchs, hat indigene Wurzeln, portugiesisch-katholische Elemente und die Mitgift der Afrikaner. Sie selbst sagt: „Ocker ist meine Mutter, schwarz ist mein Vater, bunt bin ich.“

Gekrönte und gehörnte Häupter, aufreizend bunte, langbeinige Gestalten mit zarten Flügeln und hübschen Ringel-Schwänzen, Schlapp-Ohren und Glubsch-Augen bevölkern ihre Bilder. Kleines und Vieldeutiges – dann wieder Großes und Ernstes. Und dazwischen jede Menge Lustiges, Fantastisches.

Teufelskerle im Frack

Vieles kommt aus ihrer Kindheit: himmlische Tänzerinnen in orangenen Gewändern, exotische Fisch-Wesen, dunkle Teufelskerle mit Pferdefuß im Frack, auf der Kippe zwischen Mensch und Tier.

Der Kunstkritiker Rainer B. Schossig hat diese Welt laut Wibke Heumann wunderbar beschrieben: „Merkwürdig viele gehörnte, auch mal gekrönte Häupter, schlanke, überraschend langbeinige Wesen, mit bunten Flügeln und diversen Schwänzen, pelzigen Ohren, aber sie sind weniger teuflisch als märchenhaft-lässig, oft mit großen, dunklen Augen. Einfältig und vieldeutig, mal rund, mal wild gezackt, ab und zu ernste, große Tiere, dazwischen überall, jede Menge Kleines; viel Heiteres, buntes Gemüse.“

Das sei alles erst mal fantastisch, doch tief drinnen erinnere es auch an Titas do Rego Silvas Kindheit im ländlichen Brasilien.

Die Galerie ist dienstags bis freitags von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende und an Feiertagen von 11 Uhr bis 18 Uhr.

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