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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Jade

Todesangst im Jaderpark?

09.02.2019

Jade „Minutenlang kämpfte ich um mein Leben“, erzählt Kerstin Pranga-Ullrich noch immer aufgebracht und ziemlich verärgert. Das Unglück, bei dem sie sicher war zu sterben, ereignete sich am Samstag, 2. Februar, als sie gemeinsam mit ihren sechs- und neunjährigen Nichten den Tier- und Freizeitpark Jaderpark besuchte. „Ich rutschte auf einer Eisfläche aus und fiel in einen zugefrorenen Teich“, schilderte die 54-Jährige der NWZin einer E-Mail. „Ich konnte aus dem tiefen Teich nicht mehr herausklettern. Alles war rutschig und vereist. Ich dachte, ich muss sterben.“

Der Sturz in den Teich

Doch wie konnte es überhaupt passieren, dass Kerstin Pranga-Ullrich in dem Kattateich, in dem sich unter anderem Graskarpfen und Wasserschildkröten tummeln, landete? „Ich stand mit meinen Nichten bei dem Affenhaus. Damit sie besser sehen konnten, bin ich einen Schritt nach links gegangen. Dann merkte ich nur noch, wie ich wegrutschte. Niemand hörte meine Hilfe-Schreie. Ich kämpfte also verzweifelt darum, aus dem eisigen Wasser zu entkommen. Immer wieder ging ich komplett unter, weil ich abrutschte“, schildert sie das Geschehen.

Kerstin Pranga-Ullrich Bild: privat

Dass sich der Unfall so ereignet haben soll, kann sich Barbara Minnemann, Pressesprecherin des Tier- und Freizeitparks Jaderpark, hingegen überhaupt nicht vorstellen. „Man kann nur in den Teich fallen, wenn man sich nicht an die Parkordnung hält. Also wenn man den gekennzeichneten Weg verlässt“, erklärt sie. Zudem sei der Teich an der Stelle an der Kerstin Pranga-Ullrich hineingefallen ist, lediglich 60 Zentimeter tief. Eine Aussage, die die Gefallene vehement als Lüge abtut: „Das Wasser ist definitiv viel tiefer als 60 Zentimeter. Ich war ziemlich lange in dem Teich und kann es wohl am besten beurteilen. Ich bin 1,59 Meter groß.“

Kerstin Pranga-Ullrichs sechsjährige Nichte sei schließlich losgelaufen, um Hilfe zu holen. „Sie dachte, in dem Teich seien Krokodile, die mich jetzt fressen würden“, erinnert sie sich. An der Kasse habe ihrer Nichte jedoch niemand geholfen. „Da erhielt sie die Auskunft, das Personal müsse Eintrittskarten verkaufen und könnte jetzt nicht kommen. Es waren drei missmutige ältere Damen im Kassenbereich tätig. Im Februar. Eine davon hätte mir sehr wohl weiterhelfen können.“ Nach eigenen Aussagen schaffte es die Eigentümerin einer Frühstückspension erst nach ganzen fünf Minuten, sich aus eigenen Kräften am Rand eines kleinen Brunnens festzuhalten und sich an Land zu ziehen. Ihre Beine seien zu diesem Zeitpunkt bereits taub gewesen. Vorbeilaufende Passanten, mit denen sie sogar Blickkontakt aufgenommen habe, hätten sie ebenfalls einfach ignoriert. „Wäre ein Kind hinein gefallen, wäre es jetzt wahrscheinlich tot“, erhebt die Dornumerin schwere Vorwürfe.

Hilfe nach dem Sturz

Doch damit sei die Odyssee der 54-Jährigen noch lange nicht beendet gewesen. Nachdem sie sich aus dem Fischteich herausgezogen habe, seien ihr schließlich doch zwei Mitarbeiter des Tierparks zu Hilfe gekommen. „Sie brachten mich in die Spielscheune, gaben mir einen Tee und nach einer Weile ein altes, dreckiges Handtuch. Ansonsten wurde ich ignoriert, abgesehen davon, dass eine der extrem unfreundlichen Damen mit dem Putzeimer kam und griesgrämig die Pfütze aufwischte, die sich unter mir bildete“, empört sich Kerstin Pranga-Ullrich, die sich bei dem Unfall nach eigenen Angaben zahlreiche blaue Flecke, Blutergüsse, Abschürfungen und wohl auch eine ordentliche Erkältung eingefangen habe. Ob sie einen Krankenwagen bräuchte, habe sie niemand gefragt. Ebenso wenig sei ihr eine Wärmedecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten angeboten worden.

Barbara Minnemann Bild: privat

Auch an dieser Stelle widerspricht Barbara Minnemann der Dornumerin vehement: „Das alles entbehrt jedweder Sachlichkeit. Die Nichte der Dame kam ganz verstört zu einer unserer Mitarbeiterinnen in der Spielscheune und erzählte irgendetwas von wilden Tieren. Allerdings konnte die Mitarbeiterin die Scheune zunächst nicht verlassen. Als sie dann gemeinsam mit einem Mitarbeiter vom Affenhaus zum Teich lief, war die Dame bereits etwas aus dem Teich raus. Dann wurde ihr selbstverständlich geholfen.“

So hätten sich die Mitarbeiter nicht nur – und leider vergeblich – um Wechselsachen bemüht, sondern sich auch um die Nichten gekümmert und diesen Schokolade gegeben. Auch sei ihr angeboten worden, einen Arzt zu verständigen, was die 54-Jährige jedoch abgelehnt habe – ebenso wie die Nutzung des Telefons. Ihr eigenes Handy verlor die Frühstückspensionsbesitzerin bei ihrem Sturz im Teich – für sie nach eigenen Angaben ein besonders großer Verlust, da in ihrem Handy wichtige berufliche Kontakte gespeichert waren. „Das ist für mich eine riesige Katastrophe“, verdeutlicht die Dornumerin. Ebenfalls beschädigt worden seien laut Kerstin Pranga-Ullrich ihr Tablet, der elektronische Autoschlüssel, Kredit- und EC-Karten sowie Fahrzeug- und Führerschein, die sie beide in Papierausführung bei sich trug. „Sie forderte unsere Mitarbeiter auf, das Wasser im Teich abzulassen, damit sie ihr Handy wiederbekäme. Das können wir natürlich nicht machen. Es sind ja Tiere im Teich“, so Barbara Minnemann.

Die Tiere sind es übrigens, um die sich der Tier- und Freizeitpark Jaderpark nun Gedanken macht. In einer Gegendarstellung auf seiner Facebook-Seite – dort schilderte Kerstin Pranga-Ullrich kurz nach ihrem Sturz das Geschehene – schrieb der Jaderpark: „Wir hoffen nun unsererseits, dass die Fische durch diese Störung ihrer Winterruhe keinen Schaden genommen haben und die Folie des Teiches, die bei diesen Temperaturen recht spröde ist, nicht zerstört wurde.“

Eine Frechheit, wie die 54-Jährige findet. „Ich wollte schon immer mal im Februar in einen zugefrorenen Teich springen, um arme Fische zu ermorden“, erklärt sie sarkastisch.

Folgen des Sturzes

Wollte Kerstin Pranga-Ullrich zunächst von einer Anzeige absehen, verwarf sie diesen Gedanken nach dem Kommentar des Tier- und Freizeitparks. „Ich habe inzwischen die Bauaufsicht beim Landkreis Wesermarsch eingeschaltet und werde den Park verklagen. Am Montag habe ich einen Termin beim Anwalt“, sagt sie. Ihre Forderung ist es nun, dass ein Zaun um den Kattateich gebaut wird, damit solche Unfälle künftig nicht mehr passieren können.

Ob der Ärger tatsächlich vor Gericht weiter gehen wird, wird sich zeigen. Barbara Minnemann macht sich diesbezüglich allerdings keine großen Sorgen. „Unsere Mitarbeiter haben geholfen. Das Fehlverhalten der Frau ist nachweislich. Der Sache mit dem Anwalt sehen wir gelassen entgegen.“

Svenja Gabriel-Jürgens Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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