Jever - Nein, ein Heiligenschein schimmerte nach den vielen Lobesworten über die scheidende Bürgermeisterin nicht rund um Angela Dankwardts Kopf. „Darauf möchte ich dann doch auch verzichten“, sagte sie am Montag bei ihrer Verabschiedung aus dem Amt im Dannhalm-Theater.
Offiziell, aber nur durch geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, jeverschen Einrichtungen, Bundeswehr, Polizei und Feuerwehr sowie Ehrenbürger Dr. Fritz Blume wurde die 58-Jährige nach acht Jahren von ihrem Platz an der Verwaltungsspitze und als Repräsentantin Jevers verabschiedet – so blieben im Theater eine Menge Plätze frei. „Ich bin dann mal weg“, verabschiedete sie sich.
Jevers stellvertretender Bürgermeister Horst-Dieter Husemann blickte in einer sehr persönlichen Rede auf acht Jahre gemeinsame Kommunalpolitik, die bereits vor dem Amtsantritt Dankwardts am 12. November 2005 mit einem Gespräch begonnen hatte. Die scheidende Bürgermeisterin sei eine mutige Frau, die zu dieser Zeit ins Rathaus gehört habe, sie denke klar und logisch, packe zu und schaffe etwas, habe in politischen Debatten klare Kante gezeigt und nie gekniffen, würdigte er sie.
Mit Altstadt-Sanierung am Kirchplatz, Baugebiet Lükenshof und dem neuen Baugebiet in Moorwarfen, Kindergarten und Grundschule Cleverns, St.-Annen-Quartier, Neubau der Landessparkasse zu Oldenburg und Johann-Ahlers-Haus habe sie wesentliche Aufgaben vorangetrieben. „Die Zusammenarbeit zwischen Rathaus, Politik und Wirtschaft hat viele positive Auswirkungen für die Stadt“, so Husemann.
Er lobte nicht zuletzt die Jugend- und Seniorenarbeit, die Familienförderung und die moderne Kinderbetreuung als „mustergültig“. Zudem habe Dankwardt die Verwaltung bürgerfreundlich aufgestellt. „Es wird eine Lücke entstehen, wo dein Platz war, ich hoffe, deine Spuren bleiben sichtbar“, sagte Husemann.
Für den Niedersächsischen Städtetag überbrachte Hauptgeschäftsführer Heiger Scholz Grüße der 126 Mitgliedsstädte. Bei Dankwardts Wahl sei die Eingleisigkeit etwas besonderes gewesen, meint er. „Inzwischen haben sich alle daran gewöhnt.“ Dankwardt sei als engagierte Bürgermeisterin im Kollegenkreis anerkannt, habe das Herz auf dem rechten Fleck und manchmal auch auf der Zunge, sagte Scholz.
Frieslands Landrat Sven Ambrosy nannte den Umgang mit Dankwardt „ein bisschen rumpelig“. Er lobte sie für ihre faire und offene Gesprächsführung, ihre Beharrlichkeit und Verlässlichkeit. „Du hinterlässt ein gut bestelltes Haus: Für ein Mittelzentrum der Größe Jevers ist die Ausstattung, die es hier gibt, schon etwas besonderes“, sagte Ambrosy.
Zerbsts Bürgermeister Andreas Dittmann dankte Dankwardt für ihr besonders tiefes Verhältnis. „Die Tonlage der Bürgermeister hat für eine Städtepartnerschaft einen besonderen Stellenwert“, sagte er.
Dankwardt selbst dankte Kollegen, Mitarbeitern und Ratsmitgliedern für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Sie habe in ihrer Amtszeit drei Räte erlebt. „Der erste war zerstritten wegen Famila, der zweite hat dank der Kooperation von CDU und SPD nachhaltige Entscheidungen für die Stadt getroffen. Und beim dritten sind die Karten und Mehrheiten nun neu gemischt.“
Dankwardt ging auch auf die Zusammenarbeit mit den jeverschen Zeitungen ein – und hob dabei insbesondere die kritische Distanz der NWZ zu kommunalpolitischen Themen und zu ihrer Person hervor.
Sie wünschte ihrem Nachfolger Jan Edo Albers gute Mehrheitsentscheidungen für die Stadt. Gerne hätte sie ihm den Rathausschlüssel überreicht – doch Albers ist gerade Vater geworden und hatte sich entschuldigen lassen.
Anstelle von Geschenken bat Dankwardt um Spenden für die jeversche Tafel.
Für Unterhaltung sorgte die Bläser-AG des Mariengymnasiums unter Leitung von Frank Roloff.
