Jever - Die Depression ist eine Erkrankung, die jeden ereilen kann. In jungen Jahren genauso wie im Alter, in traurigen und vermeintlich perspektivlosen Lebenslagen genauso wie in eigentlich sorglosen Lebensumständen mit privatem und beruflichem Glück. Unerklärlich nistet sich der Schwermut ein und macht Betroffenen das Leben zur Last.
Die Erkrankung Depression aus der Tabuzone zu holen, mit wildfremden Menschen darüber ins Gespräch kommen, Verständnis zu finden, bestenfalls auch Wege aus der oftmals unerklärlichen und belastenden Traurigkeit, das ist Sinn und Zweck der „Mut-Tour“. Das ist eine gemeinsame und therapeutische Radreise-Veranstaltung von Aktion Mensch, der Deutschen Depressionshilfe und Depressionsliga, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub sowie Kranken- und Rentenversicherern. Aktuell radeln zwei kleine Gruppen auf Tandems durch Deutschland, erleben auf ruhigen Strecken die Natur, den Sommer, haben Bewegung, lernen unterwegs neue Menschen kennen und lassen dabei die traurigen Gedanken hinter sich.
Am Donnerstag machte eine Radfahrer-Gruppe, die von Münster über Emden und Oldenburg nach Bremen radelt, bei ihrer Tagesetappe von Aurich nach Wilhelmshaven Halt in Jever. Diese Mut-Touren, die erstmals 2012 veranstaltet wurden und in kleineren und größeren Radtouren jährlich stattfinden, stärken den Zusammenhalt, machen gute Laune und helfen sehr, sagt Bastian Müller. Und auch Gertrud Koob, die immer wieder depressive Phasen hat, schätzt die Mut-Touren sehr: „Ich radele schon zum dritten mal mit.“ Wer sich für das Angebot interessiert, findet Näheres dazu im Internet.
