Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Ratssitzung Für Kirchturm keinen Cent übrig

Melanie Hanz

Jever - Die Stadt hat kein Geld übrig, um die Sanierung des Glockenturms der Stadtkirche zumindest symbolisch zu unterstützen: Weder für einen Zuschuss von 20 000 oder 15 000 Euro noch für 5000 Euro gab es in der Ratssitzung am Donnerstagabend eine Mehrheit.

Dass die SPD-Fraktion für den Kirchturm keinen Cent ausgeben will, war dabei zu erwarten: „Die Kirche ist eine reiche Institution, sie muss selbst zusehen, wie sie die Finanzierung regelt“, sagte Marianne Rasenack. Dieter Janßen erinnerte gar daran, dass die Kirche vor mehreren Jahren ihren Personalkostenzuschuss für die Kindergärten in ihrer Trägerschaft auf zehn Prozent gesenkt hat, und daran, dass die evangelische Gemeinde auch nicht kooperativ gewesen sei, als es um eine Fläche im Baugebiet Klein Grashaus gegangen sei.

Grüne- und SWG-Fraktion zeigten sich gespalten, FDP und CDU stimmten für die Bezuschussung der Sanierung. „Es geht hier nicht um die Kirche, sondern um ein Bauwerk der Stadt – wir haben den Glockenturm schließlich auch im Stadt-Logo“, sagte Arnulf Hartl (FDP). Auch Dr. Matthias Bollmeyer (CDU) wies auf die Bedeutung des Turms für die Stadt hin.

Bürgermeister Jan Edo Albers betonte ebenfalls, dass ein kleiner Beitrag der Stadt zur Unterstützung der Turmsanierung angemessen sei – in der Abstimmung enthielt er sich dann, wohl um nicht in Konflikt mit seinem Amt als Kirchenältester zu geraten.

Viele Vorwürfe

Wie berichtet, kostet die Sanierung des Glockenturms rund 400 000 Euro. Davon trägt die Oldenburgische Kirche 300 000 Euro, 100 000 Euro muss die evangelische Gemeinde Jever aufbringen.

Die Diskussion um den Glockenturm-Zuschuss geriet zeitweise zur großen Haushaltsdebatte, in der sich die Fraktionen gegenseitig vorwarfen, Steuergelder zu verschwenden: Die SWG warf CDU und SPD den Millionenzuschuss zur Tiefgarage im St. Annen-Quartier vor, die CDU warf SPD und Grünen die Beteiligung am Wangerländer Energieversorger Friesenenergie vor und die SPD warf der CDU vor, dass sie den Haushalt und das Haushaltssicherungskonzept 2014 abgelehnt hat.

Ansonsten herrschte aber überwiegend Freude im Rat: Darüber, dass mit dem Nachtragshaushalt die Erschließung eines weiteren Neubaugebiets an der Normannenstraße möglich wird, darüber, dass die Jever Marketing und Tourismus GmbH aufgelöst und die Mitarbeiter in die Verwaltung integriert werden und darüber, dass die Stadtverwaltung eine neue Struktur erhält. Die Freude war so groß, dass der Bürgermeister schon befürchtete, dass „sich das hier endgültig in ein Freudenhaus“ verwandelt.

155 Unterschriften

Albers bekam von Tanja Bachner-Zander, Mutter eines Mädchens in der Paul-Sillus-Grundschule, 155 Unterschriften von Eltern überreicht, die fordern, dass die Grundschule schnellstens Sonnenschutz erhält. Wie berichtet, heizen sich mehrere Klassenräume im Sommer stark auf. Unterricht sei dann kaum noch möglich.

Auch die Kinder haben in der Schule Unterschriften gesammelt und sie am Donnerstag in der Bürgermeister-Sprechstunde an den „Kinder-Bürgermeister“ Jan Edo Albers überreicht. Im Bauausschuss am 27. August soll über Sonnenschutz beraten werden.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kleine Kinder haben Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen. In Oldenburg wollen Hebammen Unterrichtsstunden zu diesen Themen in den vierten Klassen geben.

PILOTPROJEKT IN OLDENBURG Schwangerschaft, Geburt und Stillen – Was Grundschüler bei Hebammen lernen

Anja Biewald
Oldenburg
Analyse
Bundeskanzler Olaf Scholz besucht den Katholikentag in Erfurt

SPD-WAHLKAMPF ZUR EUROPA-WAHL Zieht der Kanzler im Osten?

Kerstin Münstermann Büro Berlin
Delitzsch
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld
Der Bergpark Wilhelmshöhe: Hier befinden sich etliche Sehenswürdigkeiten.

NWZ-REISETIPPS: ABSTECHER NACH ... KASSEL Entspannte Stunden in historischen Parks

Kerstin Schumann
Kassel
Vor etwa einem Jahr eröffnete der Pflegedienst Paul-Lina seinen neuen Hauptsitz in Wittmund. Wegen eines Insolvenzverfahrens musste der Pflegedienst seinen Betrieb aufgeben.

STANDORTE IN WITTMUND UND EMDEN Insolvenz bei Pflegedienst Paul-Lina – So geht es für die Kunden weiter

Kim-Christin Hibbeler
Wittmund